WELTRAUMPOLITIK

 

Allgemeine Überlegungen

 

 

Frage: Warum haben wir dieses Kapitel "Weltraumpolitik" genannt - anstatt einfach "Raumfahrtpolitik" ? Antwort: Weil wir der Ansicht sind, dass der Weltraum, genauer gesagt, der "Solare Raum", die politische Hauptentscheidungsebene des 21. Jahrhunderts sein wird. Die Bühne, auf der über das "Wie" des Weges zur politischen Einheit der Menschheit entschieden werden wird.

 

"Raumfahrt" im engeren, vornehmlich technischen, Sinne ist dabei nur ein Teilaspekt. Sie ist die primäre Voraussetzung, um auf der Bühne überhaupt auftreten zu können. Ohne Raumfahrt keine Präsenz auf der Bühne - ohne Präsenz auf der Bühne keine Mitentscheidungsfähigkeit bei den Angelegenheiten und Fragen, die auf der Bühne verhandelt und entschieden werden.

 

Die Bühne selbst aber ist nicht die "Raumfahrt", sondern der "Solare Raum", denn er definiert Raum und Rahmen der Handlung, bzw. des politischen Geschehens. Und da wir der Überzeugung sind, dass über unser Anliegen der Initiierung eines gesteuerten politischen Prozesses mit dem Ziel der politischen Einheit der Menschheit, auf eben dieser "Weltraum-Bühne des Solaren Raumes" entschieden wird, heißt das Kapitel eben folgerichtig "Weltraumpolitik".

 

Wenn in diesem Kapitel aber dennoch mehr von "Raumfahrt" im konkreten Sinne die Rede ist, dann deshalb, weil die "weltraumpolitische Aufgabe der Bundesrepublik Deutschland", im Rahmen unseres, im Eingangsteil des Programms, geschilderten Konzeptes, in der Schaffung einer "raumfahrttechnischen Infrastruktur" besteht, wie bereits im KURZINFO dargestellt:

 

Innerhalb von 4 Legislaturperioden, bzw. sechzehn Jahren: Entwicklung und Bau von Raumfahrzeugen, die sowohl einen normalen Raumflugverkehr zwischen Mars und Erde, als auch generell eine volle Operationsfähigkeit im Gebiet des "Solaren Raumes" ermöglichen.

 

Nach Fertigstellung der nötigen Raumfahrzeuge wird ein entsprechender Transportverband zusammengestellt und zum Mars entsandt. Seine Aufgabe ist es, den regelmäßigen Raumflugverkehr zwischen Erde und Mars sowie den Pendelverkehr zwischen Marsoberfläche und Marsorbit zu ermöglichen.

 

Die folgenden Seiten beschäftigen sich daher mit unseren Vorstellungen zum Aufbau der raumfahrttechnischen Basis-Infrastruktur für einen normalen "Liniendienst Mars-Terra (LIMATE)".

 

Die Aufgabe der Bundesrepublik endet dabei aus heutiger Sicht mit der Errichtung einer bodengebundenen Infrastruktur auf dem Mars (Raumhafen, Wohn- und Forschungsstätten), welche die weitergehende Option zum Bau eines ersten Siedlungsmoduls der STADT TERRANIA durch die BRD offen hält (...für den Fall, dass die EU zum gegebenen Zeitpunkt mal wieder weltpolitischen Tiefschlaf der Möglichkeit weltpolitischer Gestaltung vorzieht).

 

Unsere Darstellung gliedert sich in die 4 Abschnitte "Technik", "Standort", Organisation" und "Finanzierung". Und beginnen wollen wir die Darstellung ebenfalls vom Ende her - dem Ende des Alphabets nämlich - mit dem Buchstaben T wie Technik. Und darauf folgen dann... Sie ahnten es bereits? ... Die Buchstaben S wie Standort, O wie Organisation und F wie Finanzierung. Viel Spaß(?) ...

 

Wie sieht der Ablauf des Infrastrukturaufbaus nun im Zusammenhang aus? Das Gesamtprojekt "Liniendienst MARS-TERRA" (LIMATE)" gliedert sich in eine Anzahl Teilprojekte, die wiederum in verschiedenen Phasen realisiert werden sollen. Die Entwicklungsarbeiten an den Teilprojekten beginnen alle zum gleichen gedachten "Zeitpunkt 0" und enden, innerhalb einer geplanten Gesamtent­wicklungsdauer von 16 bis 25 Jahren, zu den nachfolgend beschriebenen, unter­schiedlichen Zeitpunkten.

 

 

TECHNIK

 

 

PHASE I:   Vertikal startendes Orbitaltransfersystem (VESO)

 

 

Erstes Teilprojekt, und damit natürlich Grundlage und Voraussetzung aller folgenden Teilprojekte, ist die Realisierung des vertikal startenden Orbitaltransfersystems, der "Pyramidenrakete NEPTUN". Die NEPTUN kann pro Start 400 Tonnen Nutzlast in einen niedrigen Erdorbit bringen, und das ist für unsere Pläne auch bitter nötig, denn wie Sie unschwer bemerkt haben werden: Wir haben’s gerne etwas größer. (In der Kurzform heißt das "NDB" = Neue Deutsche Bescheidenheit).

 

Die NEPTUN soll in längstens 10 Jahren zur Einsatzreife gebracht werden. Nach bzw. neben der Erfüllung ihrer Transportaufgaben im Rahmen des LIMATE-Programms soll sie, gegen entsprechendes Bares, Transportaufgaben für andere Auftraggeber erfüllen. Auf diese Weise trägt sie zur Refinanzierung ihrer Entwicklungs- und Produktionskosten bei.

 

PHASE II:   Die Raumwerft

 

 

Zweites Teilprojekt ist die Realisierung der Raumwerft. Ihre Funktion: Ein Trockendock im Weltraum; ein geschlossener Arbeitsraum also, in dem, bis auf die relative Schwerelosigkeit, technische Arbeiten wie auf der Erde durchgeführt werden können. Im Rahmen des LIMATE-Programmes sollen dabei die auf der Erde vorfabrizierten Bauteile einer kompletten Last-Wabe (das eigentliche "Raumschiff") mit der NEPTUN zur Raumwerft gebracht und dort dann zum fertigen System integriert werden.

 

Die Form der Raumwerft entspricht den Lastwaben, die in ihr integriert werden sollen - nur eben entsprechend größer. Bei ihrem Bau sollen die gleichen Bauteile verwendet werden können, wie später dann auch für den Bau der Lastwaben (Baukasten-Prinzip also), um die Kosten so niedrig wie möglich zu halten. Die Raumwerft ist in Segmentbauweise konzipiert - wird also im Zuge der Entwicklung mehr Arbeitsraum benötigt, wird die Werft in der Länge um ein zu­sätzliches Arbeitssegment erweitert.

 

Damit auch dieses Teilprojekt wieder möglichst viel zur Refinanzierung seiner Entwicklungs- Produktions- und Betriebskosten beiträgt, soll die Raumwerft natürlich auch anderen privaten und/oder öffentlichen Auftraggebern außerhalb des LIMATE-Projekts ihre Dienste anbieten können (sofern es sich nicht um Militärprojekte handelt). Dabei denken wir in erster Linie an:

 

 -     Überholung, Reparatur oder Leistungsaufrüstung bereits im Raum befindlicher Satelliten, was billiger wäre als der Start eines komplett neuen Satelliten.

 

-      den Zusammenbau großer Strukturen, für Wissenschaft, Forschung und/oder Freizeitindustrie (Konzepte für den den Bau von Hotels im Erdorbit

von industriellen Anbietern liegen ja bereits vor!)

 

Wir sind sicher, dass auch hier letztlich das Angebot den potentiellen Investoren die Möglichkeiten bewusst machen und so schließlich ihre Nachfrage wecken wird.

 

 

PHASE III:   Die Projekte "Lastwabe", "HOST" und "MOT"

 

 

Die Raumwerft das Projekt der vorigen Phase, soll mit Einsatzbereitschaft der NEPTUN (nach 10 Jahren also) in ihren Einzelteilen in Orbit gebracht, dort inte­griert und getestet werden, so dass die Einsatzbereitschaft der Werft spätestens mit dem Jahr 12 des LIMATE-Projekts erreicht wird. In den Jahren 12 - 16 des Projekts soll Phase 3 umgesetzt werden, die die Verwirklichung der folgenden Teilprojekte zum Ziel hat:

 

1.     Integration und Einsatzerprobung des Raumtransportsystems Lastwabe bzw. des vorgesehenen Lastwabenverbandes.

 

2.    Fertigstellung und Einsatzerprobung des horizontal startenden Orbitaltransfersystems (HOST).

 

3.     Fertigstellung und Einsatzerprobung des speziell zu entwickelnden Mars-Orbitaltransfersystems (MOT).

 

 

Das Raumtransportsystem Lastwabe

 

Die Grundidee zu diesem System entstammt dem in der Fluss-Schifffahrt seit langem praktizierten System des Schubverbandes. Ein solcher Schubverband besteht aus einer Anzahl in Reihe angeordneter Transportpontons, mit einer Antriebs/Steuereinheit am Ende des Verbandes, die für den nötigen Vortrieb sorgt. Dasselbe Prinzip wollen wir nun, leicht abgewandelt, auch im vorgesehenen zwischen Mars und Terra anwenden.

 

Dabei werden Standardwaben gleichen Durchmessers als Grundelement verwendet. Die einzelne Wabe wiederum ist nach dem Segment-Prinzip aufgebaut, so dass sie - je nach Einsatzzweck - durch Abtrennung von Segmenten verkürzt bzw. durch Anfügen von Segmenten verlängert werden kann. Außerdem können um eine Zentralwabe herum weitere Lastwaben unterschiedlicher Länge, ringförmig angeordnet, angekoppelt werden.

 

Ein solches Verbundsystem aus Lastwaben wäre dann ein Lastwabenverband - und ein solcher soll letztlich auch die Menschen und das Material transportieren, mit denen und durch die dann die Keimzelle der Stadt Terrania gegründet werden soll. Ein entsprechender Lastwabenverband könnte dann so ausschauen, dass die innerste Wabe die Menschen aufnimmt, die sechs darum angedockten Waben dagegen die zur Stützpunkterrichtung benötigten Materialien und die Wabenelemente des dritten Rings die autonomen Antriebs-/Steuereinheiten, sowie die Treibstoffvorräte beinhalten.

 

Ein zentraler Punkt sind die eben erwähnten "Antriebs- und Steuereinheiten", oder besser gesagt der zentrale Punkt ist die Art des Antriebs. Ein chemischer Antrieb kommt nicht in Frage: Die Brenndauer ist viel zu kurz, der Treibstoffanteil an der Masse des Gesamt-Systems zu hoch und die Nutzlastkapazität damit zu niedrig. Außerdem sind die erreichbaren Geschwindigkeiten viel zu niedrig, als dass sich damit ein regulärer Liniendienst zwischen Mars und Terra aufnehmen ließe.

 

Daher sollen für den interplanetaren Verkehr elektrische Antriebe entspre­chender Leistung entwickelt werden. Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet elektrischer Antriebe finden in der Bundesrepublik seit Beginn der sechziger Jahre statt. Prototypen verschiedener Art (Ionentriebwerke, Plasmatriebwerke u. ä.) wurden zwischenzeitlich entwickelt, gebaut und getestet, so dass man sagen kann: Das Wissen und die Erfahrung als Voraussetzung einer großtechnischen Umsetzung sind vorhanden. Damit kann auch das Problem, einen geeigneten Antrieb für unsere Lastwaben zu finden, als gelöst betrachtet werden.

 

Allerdings benötigen elektrische Antriebe Strom, um zu funktionieren. Und bei den Leistungsdimensionen, welche die Antriebe für unsere Zwecke erfüllen müssen, kommt dafür nur ein Atomreaktor als geeignete Stromquelle in Frage. Nun löst das Wort "Atom" (Hilfe!) an sich schon bei vielen Menschen allergische Reaktionen aus, und da man zudem die Möglichkeit von Unfällen - welcher Art auch immer - niemals ausschließen kann, sollen Raumschiffe mit diesen nuklearen Antriebsquellen nur außerhalb einer zu definierenden "Tabuzone " um die Erde verkehren bzw. "parken" dürfen.

 

Innerhalb dieser Tabuzone sind als Antriebsquelle nur herkömmliche chemische Antriebe, oder elektrische Antriebe, bei denen die Stromquelle kein Kernreaktor ist, erlaubt. Auf diese Weise denken wir möglichen Gefährdungen der Erdatmosphäre etwa weitestgehend vorbeugen zu können.

 

 

Das horizontal startende Orbitaltransfersystem (HOST)

 

Kernelement des HOST ist ein Personen/Gütertransportcontainer (PTC/GTC) , der von einem speziell dafür zu entwickelnden Pendeltransporter vom Beladungshafen auf der Erde direkt zum Raumschiff gebracht und dort auf­genommen wird. Vorteil: Statt die Passagiere den Belastungen eines Umsteigens in Schwerelosigkeit auszusetzen, wird die Kabine als Ganzes umgeladen. Der Passagier steigt also nur im Beladungshafen zu und im Entladehafen (auf dem Mars) aus.

 

Die PTCs bzw. GTCs samt den zugehörigen Pendeltransportern sind als "Familie" unter-schiedlicher Nutzlastklassen zu konzipieren - etwa 50, 100 150 und 200 Tonnen Nutzlastkapazität, die, beginnend bei der kleinsten Leistungsklasse, schrittweise entwickelt und in Dienst gestellt werden sollen. Da die Pendeltransporter beim derzeitigen Stand der Technik mit einer Treibstofffüllung das außerhalb der Tabuzone "parkende" Raumschiff nicht erreichen können, soll eine "Tankstellenkette" in unterschiedlichen Erdumlaufbahnen errichtet.

 

Auch hier handelt es sich um nichts prinzipiell Neues, sondern einfach um die Adaptierung des aus der Militärluftfahrt bekannten Prinzips der Betankung von Bombern oder Jägern durch spezielle Tankflugzeuge - wir folgen also auch hier unseren Prinzipen "So einfach wie möglich" und "wo möglich, auf Bekanntes und Bewährtes zurückgreifen", um auch auf diese Weise technischen Anfälligkeiten vorzubeugen und  Entwicklungskosten zu sparen.

 

Der Pendeltransporter fliegt also mit der ersten Treibstoffladung bis zur ersten "Tankstelle", wird dort wieder aufgetankt, fliegt mit der zweiten Treibstoffladung zur zweiten Tankstelle ... - und schließlich mit der letzten Treibstoffladung bis zum Raumschiff. Fliegt er "leer" hinauf, um einen PTC/GTC abzuholen, benötigt er natürlich entsprechend weniger Tankstopps.  Die Befüllung der Tankstationen soll durch das "NEPTUN -System" übernommen werden.

 

 

Der Mars-Orbital-Transporter (MOT)

 

Zum MOT-System lässt sich hier & heute nur sagen, dass es - als Gegenstück zum HOST - wie dieses die Aufgabe hat, PTCs und GTCs vom Raumschiff im Orbit zu übernehmen, zur Planetenoberfläche zu bringen, und umgekehrt. Zumindest in der Aufbauphase wird es sich dabei um ein vertikal startendes Orbitalsystem (VESO) handeln müssen, da es zu diesem Zeitpunkt ja noch keine Landebahnen oder ähnliche Einrichtungen auf der Marsoberfläche geben wird.

 

Ob es aufgrund der speziellen Bedingungen auf dem Mars (nur 40% der Erd­schwerkraft, kaum Atmosphäre etc.) möglich bzw. normalen Passagieren zumut­bar sein wird, im Standardverkehr nach der Aufbauphase mit einem VESO zu fliegen, oder ob ein spezielles HOST-System entwickelt werden muss, ist eine Frage an Wissenschaftler und Ingenieure, die wir an dieser Stelle unbeantwortet lassen müssen, da uns die Kenntnisse zur Beantwortung fehlen.

 

 

PHASE IV:   Keimzelle der STADT TERRANIA

 

 

Phase IV bezieht sich zeitlich auf die Jahre 16 - 20 nach Beginn des LIMATE-Projekts. Es wird ein Lastwabenverband zusammengestellt, der alle Ausrüstungsgüter, die zum Aufbau einer ersten Keimzelle der STADT TERRANIA benötigt werden, mit sich führt. Dazu gehören ein Raumhafenmodul, (unter anderem mit Anlagen zur Treibstoffsynthese), ein Universitätsmodul mit Forschungseinrichtungen und ein Wohnmodul mit Einrichtungen zur landwirtschaftlichen Produktion.

 

Nach Ankunft des Lastwabenverbandes übernehmen die mitgeführten MOT-Systeme den Transport der Ausrüstungsgüter zur Marsoberfläche. Die entladenen Lastwaben werden nun zum Bau einer Orbitalstation verwendet. Dabei wird eine Zentralwabe, welche die Aufgabe einer Raumwerft hat, mit Wabensegmenten größeren Durchmessers "umbaut" - ähnlich einem Ring, den man sich über den Finger streift.

 

Dazu werden sowohl über die Außenhülle der Zentralwabe als auch über die Innenhüllen der Wabensegmente, die ihr übergestülpt werden sollen, Magnetfeld-Ringe gelegt. Da der Innendurchmesser der äußeren Waben so groß ist, dass er eine Drehung um die Zentralwabe erlaubt, können die Segmente dann mittels der Ringe geführt und in eine stufenlos regelbare Drehbewegung um die Zentralwabe herum versetzt werden.

 

In den rotierenden Segmenten sind mehrere Etagenböden so eingebaut, dass der Fliehkraftvektor in bezug auf sie nach außen zeigt, und so eine künstliche Schwerkraft erzeugt wird. Hier können dann beispielsweise Rückkehrer vom Mars Richtung Erde eine Anpassungsphase durchlaufen, die sie wieder an die Erdschwerkraft gewöhnt. Umgekehrt können sich so Besucher des Mars schon mal an ihr niedrigeres Gewicht auf dem roten Planeten vorbereiten.

 

Auf dem Mars selber werden dann die mitgebrachten Module aufgebaut, getestet und in Betrieb genommen. Vom Zeitpunkt seiner Inbetriebnahme an wid­met sich dann das Universitätsmodul allen Fragen und Problemen, die den Aufbau eines ersten Siedlungsmoduls der STADT TERRANIA betreffen. Damit wäre, aus heutiger Sicht, die Aufgabe der Bundesrepublik Deutschland dann beendet.

 

 

STANDORT

 

 

"Der Name ist Programm. Er steht für...!", ist eine Floskel, die allgemein bekannt sein dürfte. Dass Namen Programme sind bzw. sein können, gilt natürlich nicht nur für Personen, sondern genauso für bestimmte geographische Orte. "Silicon Valley" in Kalifornien ist beispielsweise so ein Ort - er steht für modernste Hightech auf der Basis von Siliziumchips.

 

Der Ort, an dem wir alle oben dargestellten Entwicklungsarbeiten bündeln wollen, heißt: Peenemünde! Peenemünde? Mhh... da war doch mal was... was war es doch gleich?? Ja, richtig... Peenemünde: Raketen... V2 - Nazis... böse Menschen - Zwangsarbeiter... KZ. Na also, gibt's denn keinen anderen Ort... irgendwas nettes, unverfängliches... Baden-Baden vielleicht... Oder Emden in Ostfriesland... grüne Weiden, frohes Vieh - und das Meer gleich um die Ecke?

 

Vor 1989 hätte es irgendein Ort sein können. Nach 1989 sieht aber vieles sehr viel anders aus - unter anderem die Reihenfolge der reichen und der armen Bundesländer. Und eines der ärmsten ist Mecklenburg-Vorpommern. Und mit die ärmste Ecke in Mecklenburg-Vorpommern ist der Nordosten des Landes. Und genau dort liegt Peenemünde! Mithin ist ein Grund für unsere Standortwahl die Ökonomie - auf den anderen Grund kommen wir gleich noch zu sprechen.

 

Peenemünde soll also zu einer Art Kernimpulszentrum werden, von dem aus eine im weitesten Sinne weltraumorientierte Industriestruktur flächendeckend aufgebaut wird. Dabei steht "weltraumorientiert" für die ganze Palette der Zukunftstechnologien wie Bio/Umwelttechnologie, Mikro-Elektronik, IT oder Kommunikationstechnologie, sowie Material- und Nanotechnologie (die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit), denn all diese Bereiche werden für den Weg zum Mars und zum Aufbau der STADT TERRANIA in besonderer Weise gefordert sein.

 

Was nun die spezielle Vergangenheit von Peenemünde und die damit verbun­dene Frage, ob man in Anbetracht der Vergangenheit gerade an diesem Ort (auch) wieder Raketen soll(te), sind wir folgender Ansicht: Was dort geschehen ist, ist sicher schrecklich genug - dennoch ist Peenemünde nicht Auschwitz. Wir denken, Auschwitz ist ein Ort, der mit seiner Vergangenheit "eindeutig" belastet ist. Peenemünde dagegen ist "zwiespältig". Soll heißen, in Peenemünde kann man einen Gegenpol definieren, in Auschwitz nicht.

 

Peenemünde wird die Vergangenheit, die es hat, behalten, aber es kann eine Zukunft gewinnen, die das Gegenteil dessen symbolisiert, wofür die Vergangenheit steht. "Raumschiffe für den Frieden" statt "Raketen für den Krieg" klingt zwar eher peinlich, ist im Kern aber dennoch das, worauf es letztlich hinausläuft. Denn wenn Peenemünde der Ort wird, an dem die technischen Voraussetzungen für den Bau der STADT TERRANIA geschaffen werden, dann steht es zweifellos für den Beginn einer Entwicklung, deren bewusstes Ziel die politische Einheit der Menschheit - und damit der Weltfrieden - ist.

 

 

ORGANISATION

 

 

Dass ein Programm wie das eben geschilderte LIMATE-Projekt weder finanziell aus der "Portokasse" noch organisatorisch von der untergeordneten Unterbehörde der Außenstelle des Unteramtes irgendeines XYZ-Ministeriums bewältigt werden kann, versteht sich wohl von selber. Unsere Organisationsvorstellung sieht daher (ebenfalls wieder aus heutiger Sicht!) wie folgt aus:

 

1.   Es wird ein Raumfahrtministerium geschaffen, dem aus dem Bundeshaushalt die nötigen Mittel zugewiesen werden. Das Raumfahrtministerium übernimmt die Gesamtleitung des Projekts. Politisch verantwortlich ist der Raumfahrtminister bzw. die -Ministerin.

 

2.   Unterhalb der Ebene des Raumfahrtministeriums wird ein spezielles Gremium als oberste Beratungsinstanz geschaffen. Dieses TERRANIA PREPERATION COMITTEE (TPC) ist mit unabhängigen Fachleuten aller Fachbereiche besetzt, die das LIMATE-Projekt und den Aufbau der STADT TERRANIA betreuen.

 

3.   Das TPC wiederum beauftragt, nach Abstimmung mit dem Raumfahrt-Ministerium, entweder bereits bestehende Organisationen wie etwa die DARA (Deutsche Agentur für Raumfahrtangelegenheiten) mit der konkreten Durchführung der einzelnen Projekte, oder es schafft neue Organisationen, wenn sich solche für die Durchführung einzelner Aufgaben als notwendig erweisen sollten.

 

 

FINANZIERUNG

 

 

Das Thema "Finanzierung" wollen wir unter 3 Gesichtspunkten abhandeln:

 

 -   externe Finanzierung

 -   interne Finanzierung

 -   lohnen sich die Investitionen?

 

 

Unter externer Finanzierung verstehen wir die Finanzmittel, die das Programm nicht selbst erwirtschaftet und daher von außen zugeführt bekommen muss - also Steuermittel. Da gleichzeitig gespart werden soll (s. Kap. "Finanzen"), muss innerhalb des Bundeshaushaltes umgeschichtet werden. Und das wiederum bedeutet, andere Ressorts werden bluten müssen, was dort zu den üblichen Widerständen führen wird. Welche Ressorts sollen das sein?

 

1. Das Verteidigungsressort: Den Verteidigungsetat wollen wir bei 15 Mrd. Euro festschreiben

und den Differenzbetrag zum aktuellen Haushaltsansatz kassieren. Zu dem an dieser Stelle zu erwartenden Aufschrei "unverantwortlich - das Ende unserer Bündnisfähigkeit./ unseres Einflusses im Bündnis" möchten wir nur folgendes anmerken:

 

Der wichtigste Punkt ist das Bewusstsein für die Dimensionen dessen, was das eingesetzte Kapital bewirkt. Wenn wir etwa ein Drittel des derzeitigen Verteidigungsetats fordern, und das für einen zwar langen, aber dennoch endlich Zeitraum, dann soll dieses Drittel für den Aufbau von Strukturen verwendet werden, die zum Zeitpunkt des - notwendig krisenhaften - weltgeschichtlichen Übergangs von der Super- zur Megamachtphase (um 2100) ein Maximum an aktiver Friedenssicherung leisten können.

 

Sollten wir (als Deutsche) erst zum Zeitpunkt der Krise einen entsprechenden (Verteidigungs-)Beitrag leisten wollen oder sollen, könnten wir das dann  n i e m a l s  finanzieren! Wir könnten es schon deshalb nicht, weil die demographische Entwicklung uns für diesen Zeitpunkt eine in jedem Fall um 20, 30 oder noch mehr Millionen geschrumpfte Bevölkerung voraussagt, mit entsprechend verringerter Wirtschaftsleistung und dadurch natürlich auch entsprechend verringertem Verteidigungshaushalt - eine Entwicklung übrigens an der auch verstärkte Einwanderung nichts wesentliches verändern wird.

 

Wenn wir dagegen heute das doppelte des aktuellen Verteidigungshaushaltes für Verteidigung aufwenden würden - was bekämen wir dafür?? Mehr Einfluss in der Nato? Wie soll das denn konkret aussehen? Und was soll uns das bringen, wenn wir dafür dann über 50 Mrd. Euro auf den Tisch legen müssten? Man weiß es nicht, man kann es nicht sagen, denn - "Einfluss" ist ein typischer Gummibegriff, der Eindruck machen soll, ohne Substanz aufweisen zu können.

 

Wenn aber das, was man bei verdoppelter Anstrengung auf einem bekannten Gebiet gewinnen kann, so unscharf - um nicht zu sagen "unbedeutend" - ist, das man es nicht einmal benennen kann, kann man nichts entscheidendes verlieren, wenn man die Ausgaben für dieses Nichts um ein Drittel kürzt. Vergleichen wir die beiden Möglichkeiten noch einmal unter dem Bezugspunkt ihrer Bedeutung in einem fiktiven "großen Buch der Weltgeschichte" (Nein, trotz des Namens diesmal kein Buch von "Data Becker"), dann ...

 

... könnten wir mit einem verdoppelten Verteidigungsetat bestenfalls auf irgendeiner Seite in diesem Buch ein Komma hinzufügen - und wahrscheinlich noch nicht einmal das! Wenden wir hingegen einen Bruchteil dieser spekulativen Summe für eine ganz neue Möglichkeit auf, dann schreiben wir damit mindestens eine ganze Seite in diesem fiktiven Buch - wenn nicht ein ganzes Kapitel!

 

Davon abgesehen haben alle Ausgaben für das TERRANIA-Programm ja tatsächlich auch einen "verteidigungspolitischen Aspekt", insofern damit letztlich - wie oben schon erwähnt - Strukturen geschaffen werden sollen, die eben die Krise des Übergangs von der Super-macht- zur Megamachtepoche dämpfen und moderieren sollen. Einen Beitrag, den auch die NATO angemessen einzuschätzen wissen wird, denn im NATO-Handbuch, Kapitel 9, im Internet sind die Verteidigungsausgaben Deutschlands' mit fast 60 Mrd. DM (~30 Mrd. Euro) bewertet - während der Verteidigungshaushalt 14 Mrd. DM weniger ausweist. Was beweist, das die NATO sehr wohl in der Lage ist auch Leistungen, die nicht unmittelbar im Verteidigungsetat ausgewiesen sind, zu erkennen, anzuerkennen und entsprechend zu bewerten! 

 

2.. Die Steuerhinterziehung:      Nein, wir wollen keine Steuern hinterziehen. Stattdessen wollen wir versuchen, wenigstens ein Drittel der, vorsichtig geschätzt, ca. 150 Mrd. DM (~75Mrd. Euro), die jedes Jahr hinterzogen werden, durch eine Teilprivatisierung der Steuerfahndung für den Staatshaushalt - und damit natürlich einen guten Teil davon für unseren Raumfahrtetat, zu mobilisieren.

 

3.  Das Landwirtschaftsressort: Ist ein schwarzes Loch und wird es bleiben, weil nationale Klientel- und gesamteuropäische Filzinteressen eine Gemengelage bilden, die wir ganz bestimmt nicht auflösen werden. Wenn wir diesen Augiasstall schon nicht schließen können, wollen wir zumindest davon zu profitieren versuchen. Konkret: Inner­halb von 7 Jahren Abschmelzen des Agrarhaushaltes bis auf die staatlichen Zu­schüsse zur Altersversorgung. Wer danach weiter Bauer sein möchte, kann das auch weiter gerne sein - nur nicht auf Staatskosten. Das was wir den... - nun, wer auch immer die Profiteure sein mögen (denn die Bauern sind es ja angeblich nicht), dadurch hoffen nehmen zu können, stecken wir in unseren Raumfahrtetat.

 

4. Weitere Quellen wären: Der Forschungsetat mit 500 Mio €., sowie der Verkehrsetat mit ebenfalls 1 Mrd. €.

 

 

Unter interner Finanzierung verstehen wir das, was das Programm, wenn es denn erst mal läuft, aus eigenen Erträgen zur Finanzierung beisteuern kann. Womit ließe sich Geld verdienen? Wir haben dabei die folgenden Bereiche im Auge:

 

1) Tourismus:     Dies ist der größte Wirtschaftszweig der Welt. Die Schätzungen der WTO (World Tourism Organisation) für das Jahr 2000 gehen von weltweit 200 Millionen Beschäftigten (jeder achte Arbeitsplatz) und ca. 500 Milliarden US-Dollar Einnahmen aus dem internationalen, grenzüberschreitenden Tourismus aus. Die Begeisterung für den Weltraumtourismus ist seit dem Ausflug von Dennis Tito auf der ISS erst richtig in Schwung gekommen. Internationale Investoren, Fluglinien, Hotelketten und Reisesanbieter stehen in den Startlöchern und warten nur auf wirtschaftlich interessante Transportsysteme wie die NEPTUN.

 

Daher wollen wir von Anfang an in Zusammenarbeit mit interessierten Reiseveranstaltern und Reedereien ein entsprechendes Tourismusprogramm entwickeln (von der einfachen Erdumkreisung bis zum Flug durchs Sonnensystem), mit dem Geld verdient werden kann.

 

2) Entgiftung:      Was wir an nuklearen Abfällen und anderem Sondermüll auf der Erde angesammelt haben, ist vergleichbar mit den Giftdepots, die man sich im Körper durch entsprechend gesundheitsschädliches Verhalten anlegt.

 

Wenn unser Programm steht, haben wir die Möglichkeit das Zeug Stück für Stück in den Raum zu bringen und dann in die Sonne zu befördern. Gegen Bezahlung natürlich.

 

3) Produktion:     Gentechnische Produkte, deren Erforschung und Entwicklung auf der Erde politisch kaum durchsetzbar ist, könnten in entsprechenden Produktionsstätten außerhalb der Erde hergestellt werden.

 

Kälte und Vakuum des Weltraums garantieren größtmögliche Sicherheit vor unerwünschten Freisetzungen potentiell gefährlicher Stoffe. Geringes Volumen und hohe Wertschöpfung der Produkte (Medikamente etwa) sollten eine Produktion wirtschaftlich lohnen lassen.

 

4) Kommunikation:         Die geostationäre Umlaufbahn ist bereits heute mit Satelliten vollgeparkt. Durch die weiter steigende Nachfrage scheint es wahrscheinlich, dass in Zukunft nicht mehr einzelne Satelliten, sondern große Anlagen benötigt werden, die viele Satelliten ersetzen. Solche Anlagen könnten in der Raumwerft gebaut werden. Ein Angebot, das andere (noch) nicht machen können.

 

 

 

Die abschließende Frage: Lohnt sich das alles überhaupt? "Haha, wenn ihr anderer Meinung wärt, hättet ihr euch wohl kaum die Mühe gemacht, das alles zusammenzuschreiben, oder?", könnten Sie jetzt sagen. Und recht haben Sie! Bis auf eine Winzigkeit - es kommt nämlich nicht darauf an, ob wir der Ansicht sind, es lohne sich, sondern es kommt darauf an, ob SIE der Ansicht sind: "Es lohnt sich!" - denn ohne Ihre Stimme kommen wir nun mal in kein Parlament, und können demzufolge auch nichts von unseren Plänen verwirklichen.

 

Und weil wir demzufolge daran interessiert sind, dass auch Sie der Ansicht sind "Es lohnt sich!" an dieser Stelle noch mal eine kurze parteiliche Schlussbetrachtung unsererseits. Die besagte Frage wird entschieden durch die Bilanz zweier Werteposten: Der materiellen und der immateriellen Werte.

 

Die materiel­len Werte, bzw. die Möglichkeiten, solche zu gewinnen, haben wir gerade im Abschnitt über die interne Finanzierung angeschnitten. Die dort skizzierten 4 Punkte sind natürlich nur ein winziger Ausschnitt aus der Gesamtpalette der Möglichkeiten, die in ihrer tatsächlichen Breite eben nur im realen Vermarktungspro­zess offenbar werden können

 

Zwei Beispiele: 1. Der Flughafen Frankfurt beschäftigt heute fast 54.000 Menschen, aber die wenigsten davon sind Pilot/ -in, Flugbegleiter/ -in oder Fluglotse/ Fluglotsin. Berufe, die man vielleicht als erstes mit Luftfahrt assoziiert. 2: Zu Beginn der Informationsrevolution entfiel der bei weitem größte Anteil des dort verdienten Geldes auf das Geschäft mit der Hardware - mittlerweile liegt der Löwenanteil des Geschäftes bei der Software.

 

Diese beiden Beispiele sollten hinreichend illustrieren können, was auch für den "Solaren Raum als Geschäft" gelten wird: Man kann heute sowenig wie vor Jahrzehnten beim Flughafen Frankfurt oder der Computerindustrie sagen, wo denn nun aber ganz genau und absolut sicher und im Detail all die Verdienstmöglichkeiten liegen werden.

 

Aber man kann aus der Erfahrung von Beispielen wie den oben genannten, ableiten, dass das Hauptgeschäft bei den Folgeentwicklungen liegen wird. Und in diesem Geschäft hat zunächst einmal natürlich auch derjenige einen Startvorteil, der sich die primären Zugangsvoraussetzungen geschaffen hat: Die notwendigen Verkehrsmittel, sprich Raumschiffe nämlich. Ob er diese Chance auch nutzt lässt sich natürlich nicht garantieren - die Möglichkeit jedenfalls hat er allemal!

 

Soweit unsere Antwort zur Frage der materiellen Werte. Unsere Antwort auf die Frage nach den immateriellen Werten, die eine Realisierung unserer Vorstellungen brächte, bezieht sich auf 3 Ebenen: die planetare, die kontinentale und die nationale Ebene.

 

Für die planetare Ebene bedeutet es die Etablierung eines allgemeinen politischen Entwicklungsschemas, an dem sich jede staatlich formierte politische Identität des Planeten orientieren und damit die je eigenen Entwicklungsvorstellungen abgleichen kann. Zudem bricht es der aus unserer Sicht kommenden Phase harter dualer Konkurrenz zwischen den künftigen Megamächten China und Indien die gefährliche "Spitze" und bedeutet damit nachhaltigste Friedenssicherung in die Zukunft hinein - ein Wert, der für sich stehen dürfte.

 

Mit der kontinentalen Ebene meinen wir speziell die Entwicklung der EU. Nehmen wir an, wir haben ein voll realisierte EU - und was dann? Dann haben wir die, für einen Zeitraum X stärkste ökonomische Kraft auf diesem Planeten, die diese Kraft aber nicht adäquat umsetzen kann... - weil sie ganz einfach keine Vision hat. Und weil sie keine Vision hat, gibt es letztlich auch nicht das, was man europäisches Bewusstsein nennen können sollte. Der Aufbau der STADT TERRANIA und die Gründung der TWG dagegen wären Aufgaben, über die Europa zu einer tatsächlich empfundenen politischen Identität finden könnte, anstelle der von irgendwelchen Kommissaren in irgendwelchen Kabinetten gemachten "Richtlinien-Identität".

 

Welcher immaterielle Wert könnte sich dann aber noch für die nationale Ebene ergeben? Unsere Antwort: Heilung! Und zwar "Heilung von der Erkrankung durch den Nationalsozialismus". Da wir auf dieses Thema bereits am am Ende von "Weltanschauung II" in einem eigenen Abschnitt eingegangen sind, wollen wir hier nur noch einmal stichwortartig auf die dort bereits gegebene Darstellung eingehen. Ob der Nationalsozialismus mitsamt seinen "Leistungen" bezogen auf die Menschheitsgeschichte "singulär" ist, mag die Fachwelt entscheiden - in bezug auf die deutsche Geschichte ist er es mit Sicherheit.

 

Abstrakt ausgedrückt könnte man sagen, er definiert bezüglich der deutschen Geschichte einen singulären Destruktionspol. Und solange wir in unserer Selbsterfahrung als Deutsche nicht auch einen singulären Konstruktionspol von mindestens der gleichen geschichtsgestaltenden Kapazität haben, wird die durch den Nationalsozialismus begründete Erkrankung anhalten, unsere Geschichte wird nicht ausbalanciert bleiben, wir werden weiterhin ohne Mitte leben - mit dem Surrogat einer behaupteten Mitte, die es tatsächlich nicht gibt.

 

Eine Realisierung unserer weltraumpolitischen Vorstellungen wäre, wie schon früher erwähnt, der Beginn des bewussten, politischen Einigungsprozesses der ganzen Menschheit - und darin sehen wir in der Tat einen singulären politisch-konstruktiven Pol. Einen Pol, der geeignet wäre unsere Erfahrung von uns selbst um den, hoffentlich heilsamen, Gegenpol zum Destruktionspol des Nationalsozialismus zu erweitern. Fazit: Wir sehen in unserer hypothetischen Wertebilanz eindeutig mehr HABEN als SOLL - wir können, auf allen angesprochenen Ebenen, unendlich viel mehr gewinnen als verlieren. Und wie sehen Sie das???

 

 

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