Machtpotenzial und Raumdimension
Die extremste Option der Politik ist der Krieg.
Niemand, der bei Verstand ist, kann ihn wünschen. Aber jeder, der
verantwortliche Politik betreiben will sollte die Bedingungen seiner
Möglichkeit ins Kalkül ziehen, um seine Wahrscheinlichkeit soweit wie möglich
minimieren zu können. Wenn wir also behaupten, dass die "Phase harter
dualer Konfrontation" zu Beginn der Megamachtepoche wahrscheinlicher als
"Heißer Krieg" denn als "Kalter Krieg" ausgetragen werden
wird, dann führt uns das automatisch zur Frage nach eben diesen „Bedingungen
der Möglichkeit eines Krieges“.
Und die Antwort auf diese Frage erhalten wir
prinzipiell als Antwort auf eine weitere Frage. Auf die Frage nämlich, warum
die entsprechenden Phasen harter dualer Konfrontation zu Beginn der
Großmachtepoche als "Heißer Krieg" ausgetragen wurde, wohingegen sie
zu Beginn der Supermachtepoche "lediglich" als "Kalter
Krieg" stattfand? Denn vergleicht
man die beiden harten Konfrontationsphasen miteinander, dann kristallisieren
sich unserer Ansicht nach drei Elemente heraus, deren gegenseitiges Verhältnis
die Wahrscheinlichkeit eines "Heißen" oder "Kalten Krieges"
bestimmen:
1. Die Waffenwirkung bzw. das
Zerstörungspotential einer Waffe.
2. Die Transportzeit dieser Waffe vom Ausgangs-
zum Zielpunkt.
3. Der Raum, auf den eine Waffenwirkung bezogen
wird.
Da das jetzt ziemlich abstrakt klingt, wollen wir
versuchen die Zusammenhänge der drei Faktoren und die Auswirkung auf die
Gesamtsituation, die die Änderung bereits eines Faktors haben kann, in einem
Beispiel darzustellen.
Stellen wir uns zwei Kontrahenten vor. Jeder der
beiden habe eine Waffe zur Verfügung - sagen wir, eine Handgranate. Wir nehmen
an, die beiden Kontrahenten stünden sich nun in einem geschlossenen Raum von 2m
Länge, Breite und Höhe gegenüber. Bedingt durch die Größe des Raumes können wir
den Faktor Transportzeit vernachlässigen, denn selbst, wenn man die
Kontrahenten in der größtmöglichen Entfernung voneinander in den einander
diagonal gegenüberliegenden Ecken des Raumes platziert, kann jeder der beiden
den jeweils anderen durch einen Wurf seiner Granate praktisch in Echtzeit
erreichen..
Die situationsentscheidende Beziehung ist aber die
zwischen Waffenwirkung bzw. Sprengkraft und Wirkungsraum, denn gerade durch die
„Größe" bzw. „Kleinheit des Raumes“, auf den die Sprengkraft der Granaten
bezogen wird, ist es ja offensichtlich, dass beide Kontrahenten getötet würden,
wenn auch nur eine Granate
explodierte. Sollte daher nicht einer der beiden Kontrahenten bewusst
Selbstmord begehen wollen, spricht die Wahrscheinlichkeit in diesem Fall daher
eher für einen "Kalten Krieg" als Auseinandersetzungsform.
Der Faktor "Raum" macht also hier aus einer
nicht gerade als "Über-Waffe" bekannten Handgranate eine quasi
"ultimate Waffe" - eine Waffe, bei der nicht mehr der tatsächliche
Einsatz kalkulierbar ist, sondern nur noch verschiedene Grade der Drohung mit
diesem Einsatz. Damit haben wir unsere Ausgangsfrage/n im Prinzip bereits
beantwortet, denn bei beiden Fragen liegt die Antwort in einer im Wortsinn revolutionären
Veränderung der Beziehung der Faktoren "Raum",
"Transportzeit" und "Waffenwirkung/Sprengkraft" zueinander.
Nehmen wir für den Faktor "Raum" die
geographische Größe der Großmächte und der Supermächte am Beginn ihrer
jeweiligen Epochen, dann hat, wenn man sich auf die Betrachtung der Kernländer
beschränkt und Kolonien oder Satellitenstaaten außer acht lässt, zweifellos
eine beachtliche Vergrößerung stattgefunden, denn USA und UdSSR sind bzw. waren
um ein Vielfaches größer als Großbritannien oder Frankreich.
Aber diese Vergrößerung ist nichts gegen die
Vergrößerung sowohl des Faktors "Waffen-Wirkung/Sprengkraft" durch
die Entwicklung der Atom- und Wasserstoffbomben, als auch des Faktors
"Transportzeit" durch die Entwicklung von Raketen als Trägermittel.
So liegt der Grund für die unterschiedliche Auseinandersetzungsform der beiden
Kontrahenten zu Beginn der jeweiligen Epoche also darin, dass man mit Kanonen
als stärksten Waffen, und Schiffen oder pferdegezogenen Transportmitteln, zu
Beginn der Großmachtepoche Krieg als Mittel der Politik kalkulieren konnte,
wohingegen eben dies zu Beginn der Supermachtepoche, mit Wasserstoffbomben als
stärksten Waffen und Raketen als Transportmitteln dieser Waffen, nicht mehr
möglich war.
Wenn nun aber gilt, dass ein "Heißer Krieg"
deshalb nicht stattfand, weil das Verhältnis der Faktoren
"Waffenwirkung/Sprengkraft" und "Waffentransportzeit" zum
Faktor "Raum" so ist, wie es zur Zeit eben ist, dann gilt auch der
Umkehrschluss: (Großer) Krieg als Mittel der Politik wird dann wieder möglich,
wenn es wieder zu einer revolutionären Änderung im Verhältnis der drei
benannten Faktoren kommen sollte -
nur eben diesmal in der Weise, dass der Raum auf den die heute bekannten
stärksten Waffen bezogen werden können, so groß würde, dass selbst atomare
Waffen eben durch die Größe des Raumes in einer Weise relativiert würden, die
ihren Einsatz wieder "kalkulierbar" werden ließe.
Genau diese Situation aber ist für den Beginn der
Megamachtepoche zu erwarten! Und der Grund dafür liegt ganz einfach darin, dass
in den nächsten 100 Jahren der Raum unseres Sonnensystems - und damit eben eine
bis dahin im Sinne politischer Auseinandersetzung nicht vorhandene Ebene - als
Aktionsraum erschlossen werden wird. Eine
Folgerung, die sich aus dem
bisherigen Verlauf des Einigungsprozesses leicht ableiten lässt.
Vergleichen wir dazu noch einmal die entsprechenden
harten Konfrontationsphasen der Großmacht- und der Supermachtepoche, dann sehen
wir, dass die Auseinandersetzung zwischen den Großmächten zu Beginn der Großmachtphase
auf die Raumdimensionen des Landes und des Wassers beschränkt war. Zu Beginn
der Supermachtphase fand die entsprechende Konkurrenzauseinandersetzung zum
erstenmal in der Geschichte unter Einbeziehung zweier vollkommen neuer
Raumdimensionen statt, nämlich des Luftraumes und des (erdnahen) Weltraumes.
Das bedeutet: Am Beispiel der Entwicklung vom
Großmacht- zum Supermachtpotential zeigt sich eine Parallelität zwischen der
Entwicklung des Potentials politischer Macht und der Fähigkeit sich in, bezogen
auf die dem Menschen natürlicherweise eignende Dimension des Landraumes, immer
"höheren" Raumdimensionen zu bewegen.
Daher ist es nichts weniger als logisch anzunehmen,
dass parallel zum Wachstumsschritt vom Supermacht- zum Megamachtpotential ein
Wachstumsschritt in eine weitere Raumdimension stattfinden wird. Diese
Raumdimension haben wir bereits früher in unserem KURZINFO als "Solaren
Raum" bezeichnet, und gemeint ist damit prinzipiell der Raum unseres
Sonnensystems - oder, in unserem Zusammenhang, eine Raumkugel mit einem Radius
von 10 Mrd. Kilometern, deren Zentrum die Sonne bildet.
Warum wir nicht über den Raum unseres Sonnensystems
hinausgehen? Für Bewegungen im Solaren Raum eignen sich elektrische Antriebe -
aber auch mit diesen sind wir noch weit von relativistischen
Geschwindigkeitsbereichen entfernt. Dass die Grenze der Lichtgeschwindigkeit,
die uns vom Betreten des eigentlichen Weltraums trennt, irgendwann einmal in
irgendeiner Form überwunden werden wird, nehmen wir als gegeben an.
Zum Beginn der Megamachtepoche wird dies allerdings
bestimmt noch nicht der Fall sein, denn selbst wenn das theoretisch einmal
möglich sein wird, darf man wohl davon ausgehen, das zwischen der theoretischen
und der praktischen Verwirklichung mindestens ein halbes Jahrhundert liegen
wird. Das Beispiel, das diese Annahme praktisch illustrieren kann, sind die
Versuche, einen funktionierenden Fusionsreaktor zu bauen. Daran wird
mittlerweile seit Jahrzehnten gebastelt und es werden wohl noch einmal
Jahrzehnte vergehen, bis einmal tatsächlich einsatzreife Typen zur Verfügung
stehen.
Damit lässt sich über die wahrscheinliche Situation zu
Beginn der Megamachtepoche im Sinne unseres Konzeptes zumindest folgendes
sagen: Wir haben zwei Megamächte, die in eine Phase harter dualer Konkurrenz
treten werden. Das bedeutet nicht nur Spannung, sondern extreme Spannung.
Spannung aber - zumindest solche - ist
unangenehm und deshalb wird man versuchen sie loszuwerden.
Da nicht anzunehmen ist, dass dies dadurch geschehen wird,
dass einer der beiden Konkurrenten freiwillig das Feld räumt, böte sich die
Entscheidungsfindung im klassischen Sinne an, nämlich über den Krieg als
Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Wenn da nicht die Erfahrung der
Supermachtepoche wäre, die besagt, dass ein Krieg zwischen Mächten, die ein
sattes Potential an atomaren Waffen haben und den Krieg mit eben diesen führen
wollen, zur Selbstvernichtung beider führen würde.
Das aber galt nur für eine Auseinandersetzung auf der Erde für den Fall, dass
mit atomaren Mitteln das jeweilige Gegenüber in seiner unmittelbaren Physis
angegriffen würde - und als gesichert angenommen wurde, dass der Angegriffene
bedauerlicherweise nicht die moralische Größe aufbringen würde stillschweigend
abzukratzen, sondern, sozusagen mit dem letzten Atemzug noch, auf seinen roten
Knopf drücken, den Gegenschlag auslösen, und den Angreifer vernichten würde.
Zu Beginn der Megamachtepoche aber haben wir eben nicht mehr die Bedingungen der Supermachtepoche, sondern eben die der Megamachtepoche - und das Neue an diesen Bedingungen ist, dass es eigentlich uralte sind! Denn in längst vergangenen Zeiten trafen sich gegnerische Heere auf einem geeigneten Gelände außerhalb menschlicher Ansiedlungen, und dort hieben, schlugen und stachen sie solange lustig aufeinander ein, bis sie entweder beide nicht mehr konnten (= unentschieden) oder aber einer der Sieger war und der andere der Verlierer (gemoin!).
Und darin liegt der entscheidende Unterschied zur
Supermachtepoche: Dort hatten wir ein relatives Kräftegleichgewicht auf den
vier Ebenen einer möglichen militärischen Auseinandersetzung (Land, Wasser,
Luft, erdnaher Raum) - vor allem aber die atomaren Waffen, die, bezogen auf die
Lebenszentren des jeweiligen Gegenübers, ein absolutes Zerstörungspotential
hätten entfalten können. Und es gab keine Möglichkeit der Spannung der
gegensätzlichen Positionen durch einen kriegerischen Entscheidungsakt zu
entkommen, der außerhalb dieser vier genannten Raumdimensionen hätte
stattfinden können.
Man musste die Spannung also aushalten - und
immerhin war sie stark genug, um überall dort, wo eine indirekte Konfrontation
im Sinne von Stellvertreterkriegen ohne atomaren Einsatz möglich war, auch
prompt zu "Heißen Kriegen" zu führen. Zu Beginn der Megamachtepoche
wird man die Spannung nicht mehr aushalten müssen, sondern man kann ihr,
zumindest theoretisch, freien Lauf lassen ohne auf der Erde in
unmittelbare Mitleidenschaft gezogen zu werden.
Denn nunmehr haben wir ja eine zusätzliche
Raumdimension als politischen Handlungsraum, den Solaren Raum nämlich. Und
bezogen auf die Größe dieses Raumes werden auch die, auf der Erde ultimaten,
atomaren Waffen zu sehr relativen Waffen. Konkret: Niemand auf der Erde trägt
unmittelbaren Schaden davon, wenn irgendwo "weit draußen", sagen wir
zwischen Jupiter und Saturn, sich eine indisch-chinesische Raumflotte träfe, um
eine Machtkonkurrenz mit allem zu entscheiden, was gut und teuer und
hochexplosiv ist.
Na aber dann ... kann es dem Rest der Welt doch eh
egal sein, oder? Nicht unbedingt, denn wenn es dazu käme, hätte der Sieger
einer solchen Auseinandersetzung zwar auch nicht für immer, denn es gibt keine
Bäume, die in den Himmel wachsen, aber doch für einen unter Umständen sehr
langen Zeitraum, die politische Vorherrschaft über die Erde. Und
"Macht" war, ist und wird ein Argument sein, solange es Menschen
gibt. Man mag an dieser Stelle einwenden, das da andere Mächte doch auch noch
etwas mitzureden hätten. Und außerdem gäbe es ja noch den Weltraumvertrag, der
den Weltraum als Feld militärischer Auseinandersetzungen ohnehin verbiete.
Zu letzterem ist zu sagen, dass es etwa auch die
Menschenrechtscharta gibt oder die Antifolterkonvention, die von den meisten
Staaten dieses Planeten unterzeichnet worden sind. Das hat aber nicht den
leisesten hemmenden Einfluss darauf, dass in einer Vielzahl von Staaten
fröhlich gefoltert wird, was Phantasie und technischer Fortschritt erlauben.
Und mit den Menschenrechten sieht es nicht viel besser aus.
Um nicht falsch verstanden zu werden: Wir sind weder
gegen Menschenrechts- noch gegen Antifolterkonventionen. Wir sind vielmehr
überzeugt davon, dass diese Konventionen auf der ganzen Erde auch eingehalten
und beachtet werden sollen - aber man sollte doch die Kirche im Dorf lassen und
sich der alten Weisheit erinnern, wonach "Recht haben" und
"Recht bekommen" (sprich "sein Recht auch durchsetzen
können") zwei Paar Schuhe sind.
Und das hieße für den Weltraumvertrag: Es gäbe zu
Beginn der Megamachtepoche keine Macht, die ihn gegen die Megamächte - schon
gar nicht gegen eine Megamacht, die siegreich aus einem möglichen militärischen
Kräftemessen mit ihrem Gegenüber hervorgegangen ist - durchsetzen könnte.
Gleiches gilt für die "anderen Mächte", die
da noch "ein Wörtchen mitzureden" hätten. Wir sind bereits an
früherer Stelle ausführlich auf die zu erwartenden Größenverhältnisse
eingegangen. Danach stünden etwa die USA zu China kapazitätsmäßig In einem
Verhältnis wie etwa die Niederlande zur alten Bundesrepublik. Und Europa stünde
zu China wie die Beneluxstaaten zur alten Bundesrepublik.
Und sowenig die Niederlande, oder auch die
Niederlande, Belgien und Luxemburg zusammen, die Kriege Deutschlands mit
Frankreich in diesem 20. Jahrhundert verhindert haben, sowenig würden die USA
oder Europa eine Auseinandersetzung der beiden Megamächte im beginnenden 22.
Jahrhundert verhindern, wenn diese die Auseinandersetzung würden führen wollen.
Ein letzter Aspekt mag das noch einmal aus einem
anderen Blickwinkel verdeutlichen. Die derzeit fortgeschrittenste Technologie
im Flugzeugbau ist wohl die Stealth-Technik (wobei wir natürlich nicht wissen,
was zur Zeit gerade an möglicherweise noch raffinierteren Technologien
ausgebrütet wird). Nun liegt der Systempreis eines Stealthbombers unseres
Wissens bei über 500 Millionen US$!
Dagegen wirken die 60-70 Millionen Euro Systempreis
des Eurofighters geradezu lachhaft. Mit anderen Worten: Allein die finanziellen
Ressourcen, die aktiviert werden müssen, um die Spitze der technologischen
Entwicklung einzunehmen bzw. mithalten zu können, sorgen für eine quasi
natürliche Auslese, denn es gibt außer den USA keine Macht auf diesem Planeten,
die zur Zeit in der Lage wäre vergleichbare Ressourcen aufzubringen.
Man muss hier nur die Analogie zur beginnenden Megamachtepoche
ziehen, um zu sehen, dass sich außer den Megamächten, keine der heute
existierenden Mächte des Planeten so etwas wie eine "Raumflotte" wird
leisten können. Und wenn doch, dann ganz bestimmt nicht in vergleichbarer
Qualität und Quantität wie die Megamächte - ganz einfach, weil die
entsprechenden Ressourcen für die kleineren Mächte nicht gegeben sind.
Fassen wir kurz zusammen: Im Zuge des bis heute
unbewusst ablaufenden Entwicklungsprozesses zu einer politisch geeinten
Menschheit, wird es bis zum Beginn der Megamachtepoche zur schrittweisen
Entwicklung der Fähigkeit kommen, sich innerhalb des Raumes unseres
Sonnensystems gezielt zu bewegen. Damit wird zum einen eine neue
Raumdimension erschlossen, zum anderen diese neue Raumdimension zum politischen
Aktionsraum.
Aufgrund der enormen technologischen und ökonomischen
Anforderungen, die diesen Schritt bedingen, wird es gleichzeitig zu einer
natürlichen Auslese kommen, an deren Ende die Megamächte diejenigen mit den
stärksten autonomen Kräften in diesem Raum sein werden. Der Beginn der
Megamachtepoche wird dabei, analog der Großmacht- und Supermachtepoche von
einer Phase harter dualer Konkurrenz geprägt sein, deren Sinn im Rahmen des
politischen Einigungsprozesses der Menschheit wir ja im Abschnitt
"Einigungsmechanik" dargestellt haben.
Diese neue Raumdimension des "Solaren
Raumes" als politischer Aktionsraum revolutioniert das Verhältnis der oben
genannten drei Faktoren "Waffensprengkraft",
"Waffentransportzeit" und "Raum" dahingehend, dass nunmehr
der "Raum" gegenüber den beiden anderen Faktoren zur absolut
überlegenen Größe wird.
Damit aber endet zum einen das Paradigma der
Supermachtepoche, wonach ein direkter Schlagabtausch der beiden
Alpharollenkonkurrenten mit atomaren Mitteln die jeweils gegenseitige
Vernichtung bedeuten würde, zum anderen wird ein neues Paradigma etabliert, das
ein altes ist: Ein großer Krieg zwischen den führenden Mächten einer
Machtepoche, als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, wird wieder
denkbar, kalkulierbar und führbar.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Wir behaupten
nicht, dass damit eine kriegerische Auseinandersetzung der beiden Megamächte im
Solaren Raum zwingend und unausweichlich wäre! Wir behaupten nur, aufgrund der
oben dargestellten Änderung grundlegender Rahmenbedingungen, eine höhere
Wahrscheinlichkeit, dass die Phase harter dualer Konkurrenz der beiden
Megamächte zu Beginn der Megamachtepoche als "Heißer Krieg" denn als
"Kalter Krieg" ausgetragen werden wird.
Dabei gehört zu den "grundlegenden Rahmenbedingungen" noch mindestens eine weitere, bisher noch nicht genannte: Der Prozess der politischen Einigung der Menschheit (in unserer Terminologie also die "Menschheitsschwangerschaft") verläuft auch weiterhin so unbewusst wie bisher. Dass und wie man dies ändern kann, wollen wir im nächsten Kapitel versuchen darzustellen.