WELT-ANSCHAUUNG  II

 

 

Beginnen wollen wir dieses Kapitel, indem wir Sie zunächst mit drei Grundelementen unserer Weltanschauung bekannt machen wollen, die zum Verständnis notwendig sind, aber gleichwohl nicht als bekannt vorausgesetzt werden können. Das erste dieser Grundelemente ist eine Analogie, die die eigentliche Grundlage unseres ganzen Weltanschauungsgebäudes bildet.

 

Grund - Analogie

 

Wenn der Satz stimmt, wonach "alles wirklich Große einfach ist", dann dürfen wir wohl zumindest  den zweiten Teil des Satzes ‑ die Einfachheit ‑ für die Grundlage unserer Weltanschauung in Anspruch nehmen, beruht sie doch im Kern auf einer einzigen Analogie:

 

Der Analogie zwischen Mensch und Menschheit

 

oder anders ausgedrückt:

 

Wir behaupten eine Analogie zwischen der

individuellen menschlichen Person und der

Menschheit als politischer (Kollektiv‑)Person.

 

Das bedeutet: Alle wesentlichen Elemente, die das Leben einer individuellen menschlichen Person strukturieren, strukturieren auch das Leben der Menschheit (als politischer Kollektiv‑Person). Die wesentlichen Elemente sehen wir dabei in drei Ereignissen, sowie zwei Phasen, die zwischen diesen Ereignissen liegen:

 

 

1.       Die Zeugung

 

2.       Die Geburt

 

3.       Der Tod

 

sowie

 

4.      Die Schwangerschaft (als Phase zwischen Zeugung und Geburt)

 

und ...

 

5.       Das "Leben" (als Phase zwischen Geburt und Tod)

 

 

Boahh, eh ... ‑ wie banal. Nein, nicht banal ... einfach! Aber das sagten wir ja bereits. Und was soll das jetzt bringen? Es soll uns ein übergeordnetes Bezugssystem definieren, mit dessen Hilfe wir  nicht nur die derzeitige Entwicklungsstufe der Menschheit bestimmen, sondern auch darstellen können, warum und wie wir ‑ als Partei ‑ unser bereits eingangs definiertes Ziel einer politisch geeinten Menschheit erreichen wollen.

 

Damit uns dieses Bezugssystem die gewünschte Orientierung liefern kann, benötigen wir außer den eben aufgezählten Elementen, aus denen es sich zusammensetzt, noch einen Zeitschlüssel, um die Zeitmaße zwischen den Ereignissen bestimmen zu können, sowie einen "Eichpunkt" in der Geschichte, auf den wir den Zeitpunkt der "Zeugung" festlegen können, damit unser Modell geschichtlich nicht im luftleeren Raum schwebt.

 

Als Zeitschlüssel wählen wir ein Verhältnis, bei dem 1 Lebensmonat der "politischen Kollektivperson Menschheit" 100 Jahren unserer Zeitrechnung entsprechen soll. Da wir Mensch und Menschheit analog setzen und die durchschnittliche Schwangerschaftsdauer beim Menschen 9 Monate beträgt, bedeutet das in der Übertragung, dass der entsprechende Aufbauvorgang der Kollektivperson Menschheit ‑ die "Menschheitsschwangerschaft" sozusagen ‑ eben rund 900 Jahre beträgt.

 

Bleibt die Frage, auf welchen konkreten geschichtlichen Zeitpunkt wir das Ereignis "Zeugung" festsetzen sollten. Wir haben uns für das Jahr 1492 (Entdeckung Amerikas durch Columbus) bzw. 1500, als "rundes Datum" des Beginns der Neuzeit, entschieden. Der Grund dafür liegt wiederum in der Sichtweise der Analogie: Mit Columbus beginnt das Zeitalter der "Entdeckungen und Eroberungen".

 

"Entdeckung und Eroberung" aber bedeutet: Träger europäischer Kulturen dringen in alle außer-europäischen Kulturen ein, die sie finden können, und die sie eindringen lassen, weil sie zu schwach sind die Eindringlinge abzuwehren. Alle betroffenen Kulturen werden aus ihrer Ordnung geworfen und müssen auf die Herausforderung reagieren: Entweder durch Anpassung, indem man einen Weg findet, die Inhalte, die einem in Gestalt der “Entdecker und Eroberer” begegnen, in die eigene Kultur zu integrieren, oder durch Untergang.

 

Es zeichnet sich also das Bild eines Geschehens, das ‑ dem Gesetz der Analogie folgend ‑ dem Zeugungsvorgang beim Menschen entspricht. Wo dort das männliche Spermium in die weibliche Eizelle eindringt, diese damit ja ebenfalls "aus ihrer Ordnung" wirft, die vormalige Geschlossenheit durchbricht und den Wachstumsprozess des Embryos als Reaktion in Gang setzt, werden hier eben relativ geschlossene Kulturen bzw. Kulturräume "aus ihrer Ordnung" geworfen, und, wo sie nicht untergehen, beginnt ebenfalls der Wachstumsprozess neuer Kulturen.

 

Mit dem Zeitalter der "Entdeckungen und Eroberungen" beginnt also die allmähliche Vernetzung   aller vormals getrennten Kulturbereiche der Menschheit. Vor dieser Zeit bzw. diesem "Zeugungs-Zeitpunkt" bezeichnet der Begriff "Menschheit" lediglich eine Menschheit als biologische Art, innerhalb derer es zur Bildung politischer Identitäten kommt, die entstehen ... und wieder verschwinden.

 

Nach diesem Zeitpunkt kommt es zu einem grundlegenden Bedeutungswandel des Begriffes, denn: Es beginnt der Wachstumsprozess der "politischen Kollektivperson Menschheit". Ein Prozess, an   dem jedes Individuum und jede kollektive Identität auf diesem Planeten teilnimmt ‑ wenngleich bis heute leider noch immer kein Bewusstsein dieses Prozesses vorhanden ist!

 

 

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