Allgemeine
Überlegungen
Auch unser nationales
Verkehrskonzept orientiert sich am Ziel eines geeinten Planeten und den aus
unserer Sicht daraus folgenden Notwendigkeiten. Das heißt, wir versuchen unsere nationale Verkehrszelle so konsequent wie
möglich als eine Zelle eines eben auch
in verkehrstechnischer Sicht planetaren
Organismus zu denken. Hauptstichworte sind dabei die bereits aus der nationalen
Diskussion hinlänglich bekannten Punkte "Ökologie + Ökonomie" bzw.
die Frage, wie man beide in ein halbwegs einvernehmliches Verhältnis zueinander
bringen kann.
Es gibt derzeit auf nationaler und
internationaler Ebene vier Hauptverkehrsträger, nämlich Auto, Bahn, Flugzeug
und Schiff. Alle vier tragen in unterschiedlichem Ausmaß zur Umweltbelastung
bei. Eine Versöhnung von Ökologie und Ökonomie heißt in diesem Zusammenhang:
Weiterentwicklung dieser Verkehrsträger zu einem Niveau; auf dem sie keine
Belastung der Umwelt mehr bedeuten! Dabei muss der
Löwenanteil dieser Entwicklungsarbeit erstens "heute" (soll heißen:
so schnell wie möglich) und zweitens von den derzeit führenden Industrienationen,
mithin letztlich auf nationaler Ebene, geleistet werden.
Versucht man nun die Bewältigung der in
Zukunft zu erwartenden Transportaufgaben aus planetarer Sicht zu denken, so
kristallisieren sich unserer Ansicht nach für bestimmte Verkehrsaufgaben und
Verkehrs-Räume folgende Verkehrsträger schwerpunktmäßig heraus:
1. Flugzeug und Schiff
für den interkontinentalen Verkehr, weil es
höchstwahrscheinlich auch in Zukunft weder Eisenbahnbrücken noch Autobahnen
geben wird, die etwa von Europa nach Amerika führen.
2. Die Bahn für den kontinentalen
Verkehr, weil die modernen Schnellverkehrssysteme - etwa nach dem
Magnetbahnprinzip - in punkto Geschwindigkeit mit dem Flugzeug konkurrieren und
damit den Luftraum von unnötigen Transportbewegungen freihalten können.
3. Das Auto für den nationalen
Verkehr, weil es in der Fläche auf nationaler Ebene auch in Zukunft das
Verkehrsmittel ist, dessen spezifische Vorteile in diesem Bereich weder durch die BAHN noch durch das FLUGZEUG
ersetzt werden können.
Entsprechend dieser Gliederung baut sich
auch unser Verkehrskonzept auf. Wir werden also auf den folgenden Seiten in
Form kleiner Szenarios unsere Vorstellungen darlegen, wo wir was verändern wollen.
Inter-/kontinentaler
Verkehr
Die Wahl der Verkehrsträger im
interkontinentalen Verkehr hängt im Kern von einer Frage ab: Gibt es zwischen
den betrachteten Kontinenten eine verkehrstechnisch nutzbare Landverbindung
oder sind sie durch Meere getrennt? Für den Fall, dass sie durch Meere getrennt
sind, werden die Hauptverkehrsträger für den Personentransport das Flugzeug und
für den Güterverkehr das Schiff sein und bleiben.
Für den Fall, dass sie nicht durch Meere
getrennt sind, mithin also eine verkehrstechnisch nutzbare Landverbindung
zwischen ihnen besteht, wollen wir die Magnetbahntechnologie für Personen- und
Gütertransport einsetzen, um den Flugverkehr auf diesen Strecken weitest
möglich zu ersetzen. In beiden Fällen aber wollen wir Entwicklungen, die für
alle drei Verkehrsträger eine höhere Geschwindigkeitsdimension anstreben, nach
Kräften fördern und unterstützen.
Die entsprechenden Entwicklungen sind beim
Flugzeug die Hyperschalltechnologie, beim Schiff die Airfoiltechnologie
und bei der Bahn die Magnetbahntechnologie. Alle drei Systeme zeigen
eine inhaltliche Verwandtschaft, da die jeweiligen Transportkörper während der Bewegungsphase ihre
traditionelle Raumdimension verlassen, ohne sich jedoch gänzlich von
ihr zu lösen.
Hyperschallflugzeuge verlassen für
kurze Zeit die Atmosphäre, fliegen ein Stück durch den erdnahen Weltraum und
kehren wieder in die Atmosphäre zurück. Airfoil-Schiffe gleiten während der
Bewegungsphase auf einer Art Luftkissen über das Wasser und Magnetbahnen
schließlich bewegen sich während ihrer Bewegungsphase auf einem
leitergebundenen Magnetfeld.
Im Endstadium könnte dann ein weitmaschiges
Magnetbahnnetz den Doppelkontinent Amerika, Australien, sowie die Kontinente
Afrika Asien sowie Europa überziehen. Als erstes Teilstück in dieser Hinsicht
streben wir dabei den Aufbau eines Eurasischen Magnetbahn-Systems an, das die
angestrebte politische Ganzheit Eurasien nicht zuletzt auch in
verkehrs-technischer Hinsicht als zusammenhängendes Ganzes erfahrbar machen soll.
Das
Eurasische-Magnetbahn-System (Eumag)
Das Eumag-System ist als konsequentes
Schnellverkehrssystem gedacht, mit dessen Hilfe der Flugverkehr innerhalb der
gedachten politischen Ganzheit Eurasien auf ein Minimum reduziert werden soll, bevor er noch zu einem
gravierenden Problem geworden ist. Gemeint sind die unvermeidlichen
Schadstoffemissionen aller heute vorstellbaren Flugzeugantriebe - und sei es
auch nur als kondensierender Wasserdampf.
Die angestrebte Reduzierung soll aber dabei
als Ergebnis des besseren Alternativangebotes und nicht über Verbote erreicht
werden. Das Netz ist zwischen den Endpunkten Lissabon im Westen und Nikolajewsk
im Osten aufgespannt zu denken. Beginnend im Osten soll der folgende
Linienführungsvorschlag helfen, einen anschaulichen Eindruck der Grundidee zu
vermitteln:
Von Nikolajewsk
bis Tscheljabinsk bestünde das Eumag-System lediglich aus der Zentral-Magistrale, wobei Tscheljabinsk zugleich der erste
Teilungspunkt des Systems wäre. Ab Tscheljabinsk führt die ursprüngliche
Zentral-Magistrale
- als
Süd-Magistrale in die Türkei,
- als
Zentral-Süd-Magistrale nach Charkow,
- und
als Zentral-Nord-Magistrale nach Moskau.
Die Süd-Magistrale liefe durch die
Türkei, Bulgarien, das ehemalige Jugoslawien und Norditalien bis nach
Frankreich, und die Zentral-Süd-Magistrale von Charkow über
Wien und München nach Frankreich. Die Zentral-Nord-Magistrale führte von Tscheljabinsk nach Moskau, um
sich dort erneut zu teilen in:
- eine Nord-Magistrale,
-
eine Zentral-Nord-Magistrale
- und
eine Zentral-Magistrale.
Die Nord-Magistrale liefe über
Finnland, Schweden, Norwegen nach Hamburg, wo sie sich vereinigen würde mit
der Zentral-Nord-Magistrale, welche, über die
baltischen Staaten, entlang der Ostsee und über Berlin kommend ebenfalls nach
Hamburg liefe.
Die beiden
vereinigten Magistralen liefen sodann als Zentral-Nord-Magistrale über Amsterdam und Brüssel nach Paris, wo
eine erneute Vereinigung stattfände, und zwar mit der Zentral-Magistrale, die, von Moskau
über Warschau, einen noch zu schaffenden Haltepunkt zwischen Dresden und Prag,
sowie Frankfurt, ebenfalls nach Paris liefe, um dort einzumünden in die Zentral-Nord-Magistrale nach Madrid.
Lyon wäre Einmündungspunkt
der von Norditalien kommenden Süd-Magistrale in die von
München kommende Zentral-Süd-Magistrale, die dann unter
gleicher Bezeichnung weiterliefe - ebenfalls nach Madrid. Dort gäbe es
schließlich ein "großes Hallo" zwischen den "beiden letzten
Überlebenden der großen Differenzierung": der Zentral-Süd-Magistrale und der Zentral-Nord-Magistrale.
Und nach ihrer
Wiedervereinigung, respektive "Chymischen Hochzeit", legten sie dann
als Zentral-Magistrale, (unter welchem
Namen sie die Reise im Osten auch begannen) das letzte Stück ihres langen
Weges, von Madrid nach Lissabon, gemeinsam zurück.
Das also wäre unser Vorschlag einer
möglichen Linienführung. Sie wird sich nicht auf einen Schlag errichten lassen,
denn die Kosten werden wohl die Billionengrenze locker überschreiten. Da das
ganze System möglichst ohne allzu große Belastung staatlicher Kassen (die ja
ohnehin leer sind) realisiert werden soll, wird man versuchen müssen, privates
Kapital für eine Finanzierung zu interessieren.
Das aber wird nur möglich sein, wenn die Art
der Streckenführung das Risiko der Investition mit entsprechenden
Gewinnaussichten belohnt. Eine Streckenführung in den Fernen Osten Russlands
bis an den Pazifik dürfte aber erst dann lohnend sein, wenn die Weiterführung
unter oder auf dem Meeresgrund bis nach Alaska und von dort weiter in die
Wirtschaftszentren Nordamerikas verwirklicht werden kann.
Die in wirtschaftlicher Hinsicht
vielversprechendste Streckenführung dürfte eine Verbindung von Moskau nach
Peking bzw. in die Wirtschaftszentren Südostchinas sein. Aber nicht nur die
Streckenführung entscheidet über den wirtschaftlichen Erfolg, sondern natürlich
auch die Konkurrenzfähigkeit mit dem Flugzeug in punkto Geschwindigkeit. Damit
sind wir beim Thema Technik, auf das wir nachfolgend kurz eingehen wollen: Wie
soll das Eumag-System in technischer Hinsicht aussehen? Die wichtigsten
Stichworte lauten:
1. Fahrweg: Die
Fahrtrasse des Eumag-System ist "auf Stelzen" zu denken. Außerdem ist
sie für beiderseitige Nutzung ausgelegt, d. h. "oben" gleiten die
Fahrelemente "auf dem Bauch" über die Trasse, "unten"
gleiten sie "am Dach hängend" die Trasse entlang. Ferner ist,
hinsichtlich der angestrebten Endgeschwindigkeit der zweiten Entwicklungsstufe,
an eine spezielle Ausformung der Trasse zu denken - freiliegend oder auch voll
gekapselt als Vakuumröhre.
2. Antrieb: Der Antrieb sitzt nicht mehr im
Fahrelement selbst, sondern ist in die Trasse verlegt. Das spart Gewicht am
Fahrelement und somit Kosten und Energie.
3. Nutzung: Auf der Trassenoberseite findet der
Schnellverkehr für den kontinentalen bzw. interkontinentalen Rahmen statt. Auf
der Trassenunterseite verkehren langsamere Kabinenelemente im nationalen Rahmen
oder Nutzlastcontainer ebenfalls im inter-/kontinentalen Rahmen.
4. Geschwindigkeit: Die durchschnittliche Geschwindigkeit auf der
Trassenoberseite soll in zwei Entwicklungsschritten zunächst 800 km/h, später
dann 1600 km/h betragen. Das scheint eine sehr hohe Geschwindigkeit zu sein,
aber es geht eben darum, vor Anbruch eines Hyperschallverkehrszeitalters eine
schienengebundene Alternative zu entwickeln, die unter den herrschenden
Geschwindigkeitsmaßstäben immer noch konkurrenzfähig ist und auf diese Weise
den (Hyperschall-)Flugverkehr samt seinen, aus heutiger Sicht unvermeidlichen,
Emissionen vorbeugend zu begrenzen bzw. weitgehend überflüssig zu machen.
Zum Abschluss des Themas inter-/kontinentaler Verkehr wollen wir
noch kurz drei Punkte betrachten, die in der Diskussion um das
Magnetbahnprinzip schon aufgetaucht sind oder wohl noch als Kritikpunkte
auftauchen werden:
- Emissionen: Die Emissionsgefahr beschränkt sich beim Magnetbahnprinzip
auf das, was unter dem Schlagwort Elektrosmog Eingang in die Diskussion
gefunden hat, da wir voraussetzen, dass die elektrische Energie zum Betrieb der
Bahnen sauber, nämlich aus Erdwärme gewonnen werden kann. Und genauso setzen
wir natürlich voraus, dass Gefahren durch möglichen Elektrosmog vorgebeugt wird
- entweder durch Streckenführungsmaßnahmen (entsprechender Mindestabstand zu
bewohnten Gebäuden) und/oder ausreichende Abschirmungsmaßnahmen der Trasse
gegen Strahlungsemission in den Umraum. Diesbezügliche Einzelheiten sind aber
"Technikerproblem" und können nicht Gegenstand eines Parteiprogramms
sein.
- Kollisionen: Der Flugverkehr ist sicherer als der Autoverkehr. Der
Magnetbahnverkehr soll mit Geschwindigkeiten stattfinden, die denen des
heutigen Flugverkehrs entsprechen bzw. sie (in der Endstufe) weit übertreffen.
Man kann dann tatsächlich von "Fliegen in Höhe Null sprechen".
Entsprechend umfassend werden dann natürlich die Sicherheitsmaßnahmen gegen
eventuelle Kollisionen zwischen zwei Magnetbahnzügen sein. Ein bereits
aufgetauchter Kritikpunkt bei der Magnetbahndiskussion bezog sich aber auf
Kollisionsmöglichkeiten mit auffliegenden Vogelschwärmen. Zwei Lösungsvarianten
zur Vorbeugung haben wir anzubieten. Kompliziert und teuer: Einsatz von Tönen
oder Duftstoffen, die den Tieren unangenehm sind und auf diese Weise
verhindern, dass sie in gefährliche Nähe zur Trasse kommen. Einfach und billig:
Anbringen von Schutzgittern ausreichender Länge beiderseits der Trasse.
- Landschaftszerstörung: Bekannte
Kritik: "Eine Trasse, noch dazu eine auf Stelzen, zerschneidet das
Landschaftsbild - und zerstört es damit". Unsere Antwort: JEDER
bodengebundene Verkehrsweg zerschneidet Landschaft, respektive das vorherige
Landschaftsbild - und zerstört es damit. Diese "Zerstörung" gilt
gleichermaßen für Fußgänger-, Radfahr-, Auto- und Eisenbahnwege und liegt im
Prinzip der Sache. Während die eben genannten Verkehrswege Landschaft aber absolut zerschneiden, ist die
Zerschneidung durch eine aufgeständerte Magnetbahntrasse nur relativ, da etwa die bodengebundene
Tierwelt den Raum zwischen den Trassenträgern weiterhin durchqueren kann, ohne dabei
Gefahr zu laufen, zermatscht zu werden, wie etwa bei Autostraßen. Was nun die
Frage der ästhetischen Zerschneidung
(= Zerstörung) des Landschaftsbildes betrifft, so sind wir erstens der Ansicht,
dass eine Autobahn, ein herkömmlicher Schienenweg oder eine
Hochspannungsleitung nicht im mindesten ästhetischer sind. Und zweitens sind
wir der Ansicht, dass jeder von Menschen geschaffene Verkehrsweg ein
Kulturelement ist, welches, da nicht von der Natur geschaffen, auch nicht ohne
weiteres in einen Natur-Raum passt. Mit anderen Worten: Soll ein Kulturelement, wie eben ein Verkehrsweg,
ästhetisch in einen Natur-Raum passen
- muss man es passend machen. Das aber ist eine Frage der Gestaltung des
betreffenden Kulturelements, in unserem Fall also der Magnetbahntrasse.
Bleibt als Fazit
folgende Feststellung: Damit Verkehrswege als Kulturelemente ästhetisch in einen Natur-Raum passen,
müssen sie durch das Mittel der Gestaltung angepasst
werden. Die Frage, ob eine Magnetbahntrasse das Landschaftsbild ästhetisch zerstört
oder nicht, lässt sich also auch nicht schlichte Ablehnung oder Befürwortung
der Trasse an sich, sondern nur durch die Art ihrer Gestaltung gültig
beantworten.
Nahverkehrskonzept
Grundidee unseres Nahverkehrskonzeptes
(NAKO) ist die Vorstellung eines Nahverkehrsangebotes, das zwischen privatem
Individualverkehr (Auto) und öffentlichem, fahrplangebundenen Schienenverkehr
angesiedelt ist. Dabei soll es nach Möglichkeit die Vorteile beider Systeme
verbinden und die jeweiligen Nachteile möglichst ausschließen. Als
Hauptvorteil des Autos sehen wir dabei das (mittlerweile) allerdings mehr und
mehr illusorisch werdende) fahrplanungebundene Mobilitätsangebot. Die Vorteile
der Bahn sehen wir dagegen im geringeren Raum- und Energieverbrauch, sowie der
Trennung von Transportdienstleistung und Transportmittelbesitz: Viele Nichtbesitzer nutzen ein Transportmittel.
Diese Kernvorteile beider Verkehrssysteme sollen durch unser NAKO
verbunden werden. Wie es zur Erfüllung dieser Aufgabe unserer Ansicht nach
gestaltet sein sollte, versuchen wir im Folgenden zu beschreiben.
Zentrale Elemente des NAKO sind eine zweite,
aufgeständerte Magnetbahntrasse (A1-Ebene) oberhalb der bestehenden Bahntrassen
(A0-Ebene), sowie eine spezielle Personentransportkabine
(PTK), die sowohl auf der Magnetbahntrasse, als auch auf der Straße verkehren
kann. Das Magnetbahntrassennetz wird durch öffentliche oder private Träger
errichtet (und zwar besonders auch über den zwischenzeitlich stillgelegten Bahntrasse)
und unterhalten. Beschaffung, Unterhaltung und Betrieb des PTK-Fuhrparks
erfolgt durch private Träger oder, wenn sich keine entsprechenden Interessenten
finden, durch die Kommunen bzw. von diesen initiierten Betreibergesellschaften.
Eine PTK soll es als Ein- oder Zweisitzer
geben. Sie ist halb so breit wie ein herkömmlicher Kleinwagen und soll auch als
Ein- oder Zweisitzer eine Länge von 2,50 m nicht überschreiten. Für den
Straßenverkehr hat sie vier kleine, durch integrierte Elektromotoren angetriebene,
Räder. Der Betriebsstrom wird von einem in den Straßenbelag integrierten Leiter
induktiv abgenommen. Für eine Notfallversorgung oder Kurzfahrten auf
leiterlosen Strecken sind zusätzlich Batterien in Unterflurbauweise vorgesehen.
Während der Fahrt auf Leiter-Strecken können die Batterien dann wieder geladen
werden.
Alle PTK innerhalb
eines zu definierenden Großbereiches erledigen ihre Transportaufgaben nach dem
Prinzip des Fließgleichgewichtes. Dazu hat jede an das Netz angeschlossene
Gemeinde einen PTK-Vorrat, der dem empirisch ermittelten Bedarf entspricht,
sowie einen lernfähigen Stationsrechner. Diese Stationsrechner sind sowohl
untereinander als auch mit den Bordrechnern der PTK verbunden und darauf
programmiert, die durch die Benutzung einer PTK im Bestand auftretende Lücke
wieder zu füllen. Dazu fragen sie dann die Stationsrechner der umliegenden
Gemeinden, wo gerade ein "PTK-Überschuss" besteht. Wird ein
eventueller Überschuss nach Kenntnis und Einschätzung (Fuzzy Logic) des betreffenden
Stationsrechners nicht für unmittelbar bevorstehende größere Transportaufgaben
benötigt, ergeht Anweisung an die betreffenden PTKs, sich zur anfragenden
Station zu trollen. Auf diese Weise entsteht also letztlich ein
Fließgleichgewicht, bei dem sich die Zahl der gerade genutzten Kabinen und der
momentan nicht (mehr) genutzten Kabinen permanent auf eine optimale Mittellage
hin austarieren. Und wo immer sich unvorhergesehen Nachfrage-Knoten bilden,
können entsprechend kurzfristig auch Angebots-Knoten an Transportkapazität
gebildet werden.
Die Vorteile eines solchen Systems liegen
dabei, wie schon eingangs erwähnt, in folgenden Punkten:
1. Das
Transportangebot ist zugeschnitten auf eine Zeit, in der der Wunsch nach
möglichst individueller Beförderung die Nachfragesituation bestimmt.
2. Durch die
Verbindung von Kernelementen des Individualverkehrs (fahrplanunabhängige
Mobilität, komfortabler Transportraum, in dem "man alleine ist") mit
einem Hauptelement des öffentlichen Verkehrs (Trennung von Transportmittelbenutzer
und -besitzer) wird eine hohe Transportangebotskapazität bei gleichzeitig
minimaler Inanspruchnahme zusätzlichen Verkehrsraumes erreicht.
3. Durch die
Betriebsübertragung an gewinnorientierte Gesellschaften entsteht ein Markt
konkurrierender Anbieter - und dadurch eine Nachfrage nach möglichst
attraktiven PTK-Modellen. Und die kann durch Anbieter aus aller Welt befriedigt
werden. Der Kunde kommt dadurch eher in den Genus moderner und attraktiver
PTK-Modellen, wohingegen er bei der Bahn von Glück sagen kann, in einem
durchschnittlichen Arbeitsleben auch nur zwei Modellwechsel zu erleben. Und die
bestehen dann letztlich aus neuer Farbe außen und neuen Sitzbezügen innen!
4. Durch die
extrem leichten Kabinen wird ein Mehrfaches der Energie gespart, die zur
Fortbewegung eines Autos aufgewendet werden muss. Da die benötigte elektrische
Antriebsenergie aus Erdwärmekraftwerken gewonnen werden soll, entsteht ein
weiterer ökologischer Nutzen im Vergleich zur heutigen Nahverkehrspraxis.
5. Die
Doppelnutzung von Straße und Spezialschiene als Verkehrsraum schafft ein
attraktives Angebot gerade auch für Personen, die sonst auf das Auto als
einzigen Verkehrsträger angewiesen sind, weil sie außerhalb der großen Zentren
(janz weit draußen) wohnen.
Nein, wir sehen keine Abschaffung des Autos
vor. Stattdessen wollen wir durchgreifende Verbesserungen in folgenden
Teilbereichen erzielen:
-
Abgasemissionsfreiheit durch Antriebsumstellung
- Optimierung von Verkehrsfluss
und Verkehrssicherheit durch automatisierten Verkehr
-
Parkraumgewinnung durch Tiefregal-Straßenausbau
1. Emissionsfreier Verkehr
Das Konzept zur Verwirklichung eines emissionsfreien
Autoverkehrs beruht auf folgender Grundüberlegung: Im letzten Jahr der alten Bundesrepublik umfasste der
PKW-Bestand rund 30 Millionen Fahrzeuge, bei einer jährlichen
Neuzulassungszahl von mehr als 2 Millionen. Das bedeutete einen kompletten
Bestandswechsel in rund 15 Jahren. Durch den Beitritt der neuen Länder haben
sich zwar die Zahlen geändert, aber nicht das Prinzip. Ein kompletter Bestandswechsel
findet also in 15 Jahren oder 4 Legislaturperioden statt. Einen
emissionsfreien Verkehr wollen wir also innerhalb von 20 Jahren oder 5
Legislaturperioden erreichen. Zwei Wege scheinen uns am gangbarsten, aber beide
führen über Elektromotoren.
1. Antriebsquelle
Batterie: Die Firma American Flywheel Systems hat eine
"Schwungradbatterie" entwickelt, die mit beachtlichen Leistungsdaten
aufwarten kann. Eine Batterieladung soll demnach für 600 km Reichweite sorgen,
bei einer Beschleunigung von 0 auf 100 in 7 Sekunden und einer Motorleistung
von 100 kW (136 PS)! Das sollte fürs erste genügen!
2. Der
Elektromotor des Fahrzeugs erhält seinen Arbeitsstrom induktiv über einen in
die Fahrbahn integrierten stromführenden Leiter. Diese Möglichkeit wäre
allerdings komplizierter, weil nicht nur die Autos, sondern auch die Fahrbahn
verändert werden müssten. Zudem würden auch Batterien für leiterlose Strecken
benötigt.
Beide Möglichkeiten sind aber nur dann
umweltfreundlich, wenn der Strom, den sie benötigen, "sauber"
gewonnen werden kann. "Sauberen Strom" wollen wir durch
Erdwärmekraftwerke gewinnen, deren Erprobung und Bau ebenfalls nicht von heute
auf morgen erfolgen kann. Deshalb halten wir die scheinbar lange
Umstellungsfrist von 20 Jahren für sinnvoll.
2. Automatisierter Verkehr
Was man sich darunter vorstellen soll? Ja -
genau das! Sie setzen sich in Ihr Auto, nennen Ihr Ziel, und der Wagen bringt
sie hin, ohne dass sie sich noch um weiteres kümmern müssten. In Abhängigkeit
von der Verkehrsdichte hat das Fahrzeug dabei die Möglichkeit, den Fahrer zu
"entmachten" und erst nachdem die Verkehrsdichte einen bestimmten
Wert unterschritten hat, wird wieder die Alternative
"Manuellsteuerung" angeboten.
Das ist sicher ein springender Punkt, denn
es greift direkt in das Freiheitsgefühl des Fahrzeugführers ein - und das
mobilisiert instinktive Abneigung und Ablehnung gegen einen Zustand faktischer
"Enteignung und Entmachtung", wenn auch nur auf Zeit und in bester
Absicht. Dennoch wollen wir das durchziehen, sollten wir die Möglichkeit, d.h.
entsprechend viele Wählerstimmen, bekommen. Denn: Beim projektierten Verkehrswachstum
innerhalb nur schon der EU wird im Fall, dass nichts dergleichen geschieht, der
Verkehrszustand "Feierabendverkehr auf der A5 bei Frankfurt" in
absehbarer Zeit zum Normalzustand auf jeder Straße werden. Und das kann in
keines Autofahrers Interesse liegen.
Das Projekt "Automatisierter
Verkehr" soll als EU-Projekt entwickelt werden, denn es bringt natürlich
nichts, wenn Fahrzeuge aus anderen EU-Staaten bei drohenden Stausituationen nicht
in die automatische Steuerung einbezogen werden können und damit der Stau dann
trotzdem stattfindet. Es kann dabei an das bekannte Prometheus-Projekt
angeschlossen bzw. auf seiner Vorarbeit aufgebaut werden. Notwendig sind die
Entwicklung einer entsprechenden Sensorik, also die aktive und passive
Erfassung aller situationsabhängig gegebenen, bewertungsentscheidenden
Umweltfaktoren - sowie eine entsprechende Verarbeitungskapazität des
Fahrzeugrechners.
3. Straßen-Tiefregal-Parkraum
Wahrscheinlich wird es Parkplatznot geben,
solange es Autos als erlaubte Verkehrsmittel gibt. Dennoch glauben wir einen
Weg anbieten zu können, der das Problem in spürbarer Weise verringern könnte.
Wenn man heute ein Parkhaus baut, dann ist das selbst in einer nur mittelgroßen
Stadt nicht mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein - und zudem
meist auch noch ein rechtschaffen hässlicher Tropfen. Viele Parkhäuser aber
verschärfen nicht nur das ästhetische Problem, sondern nehmen unverhältnismäßig
viel Raum ein - Innenstadt-Raum, der, weil knapp und begehrt, entsprechend
teuer ist.
Unser Vorschlag daher: Nutzen wir den Raum
zum Parken, der ohnehin schon zum Verkehr genutzt wird - die Straße! Das
Prinzip: Handelsübliche Tiefregal-Parksysteme werden als komplettes Straßenbauelement
ausgelegt. Eine normale Einfall-/Ausfallstrasse hat mindestens zwei Fahrspuren
und auf jeder Seite in der Regel auch noch einen Bürgersteig. Genug Raum also,
um sechs Wagen nebeneinander zu parken.
Dazu wird die Grundfläche, die durch Fahrbahn und Bürgersteig vorgegeben ist, in sechs Tiefregal-Ebenen fortgesetzt. Ankommende Fahrzeuge fahren in eine Parkbucht, die den Eingang zum Tiefregal darstellt. Der Fahrer steigt aus und die Fahrstuhlautomatik wird vom Tiefregalrechner zu einem freien Regalplatz dirigiert, auf dem das Auto dann gelagert wird. Die Tiefregalrechner sind untereinander im ganzen Stadtgebiet vernetzt und von den im Rahmen des Projekts "Automatisierter Verkehr" entwickelten Fahrzeugrechnern ("Autopiloten" im Sinne des Wortes) direkt ansprechbar. Durch diese Zwei-Wege-Kommunikation der Fahrzeugrechner mit dem Tiefregal-Rechnerverbund kann jedes Auto anhand spezieller Auswahlkriterien (Ankunftszeit im Stadtbereich, Ziel des Fahrers, etc.) in kürzester Zeit zu dem jeweils geeignetsten, gerade unbesetzten Parkplatz geführt werden.
LKW-Verkehrskonzept
Unser LKW-Verkehrskonzept hat vor allem ein
Ziel. Den Güterverkehr weitestgehend von der Straße zu bringen. Und wohin? Auf
die Schiene?? Jein, denn so einfach ist es natürlich nicht. "Güterverkehr
auf die Schiene" ist das gerade aktuelle Schlagwort, das alle im Munde
führen, die wissen, dass die Kapazität der Schiene dazu keinesfalls ausreicht.
Wie also sieht unser Vorschlag aus?
Zunächst einmal sieht er so aus, dass er langfristig angelegt ist, weil
kurzfristige Abhilfe, wenn überhaupt möglich, doch nur wieder den nächsten
Notbehelf zur nächsten Krise darstellt. In ein paar Jahren heißt es dann einmal
mehr, nicht zuletzt aus Ihrem Mund, lieber Wähler: "Was kümmert uns das Gestern,
jetzt ist die Krise da - jetzt muss Abhilfe her." Dann wird ein bisschen
nach Schuldigen gesucht, ein paar Politiker nehmen ihren Hut (um sich nach
gebotener Schamfrist einen neuen aufzusetzen) - und dann ist auch schon die
"nächste Sau im Dorf" bzw. in den Schlagzeilen - und solange SIE als
Wähler nicht bereit sind, langfristig
zu denken (und entsprechend zu wählen) wird sich daran nichts ändern.
Daher unser Konzept: Die Organisation des
Güterverkehrs nach dem Vorbild des in der Industrie seit langem praktizierten
System des "Führerlosen Transportsystems" (FTS). Beispiel: Aus einem
Industriebetrieb irgendwo in Deutschland sollen Güter an ein Industriewerk
irgendwo in Spanien verschickt werden. Die Güter werden in einen
Transportcontainer verladen, das Ziel wird dem Containerrechner genannt und
der FTC (Führerloser-Transport-Container) sucht sich seinen Weg über das
europäische Schienennetz bis zur Zielfirma.
Die dazu notwendigen Container, der Fahrweg,
die Steuerungs- und Kommunikationstechnik, sowie die entsprechende Software sollen
im Rahmen eines europäischen Forschungsprojektes - wie etwa des
PROMETHEUS-Programms der europäischen Autoindustrie - gemeinsam entwickelt
werden, und zwar in Versionen für die Anwendbarkeit in Europa, wie auch auf
anderen Kontinenten. Denn wir sind der Ansicht, dass generell das Geschäft in
der Verkehrstechnik des 21. Jahrhunderts derjenige machen wird, der nicht mehr
einzelne Transportmittel, sondern konzeptionelle in sich geschlossene
Transportsysteme anbieten wird.
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