ENERGIEPOLITIK
Allgemeine
Überlegungen
Energie ist die Basis unserer Welt - ohne
Energie läuft nichts! Die Frage ist, wie man diese lebensnotwendige Energie
gewinnt? Zwei prinzipielle Wege sind möglich:
1. Man erzeugt sie
selber - etwa durch Verbrennung fossiler Energieträger.
2. Man lässt sie
erzeugen - durch die Natur ... und beschränkt sich so auf die Nutzung der so
angebotenen Energie.
Die herkömmliche
Energieerzeugungsphilosophie folgte - mit den Ausnahmen der Wasser- und
Windkraftnutzung dem unter Punkt 1 beschriebenen Weg. Dieser Weg hat in die
Sackgasse geführt, in der wir uns heute befinden. Die Verbrennung von Kohle und
Öl für Wärme, Energie und Fortbewegung erzeugt Treibhausgase noch und nöcher,
und führt damit zur kontinuierlichen Aufheizung des Erdklimas. Die Atomkraft,
von einigen immer noch und von vielen schon wieder, als Ausweg aus allen Nöten
gepriesen, laboriert an ihren alten Problemen:
- der nach wie vor
unsicheren Entsorgungslage,
- den
grenzüberschreitenden und nicht berechenbaren Gefährdungen, die sich ergeben,
wenn etwas schief gehen sollte.
Punkte, die durch statistische
Unfallwahrscheinlichkeiten wie etwa "einmal in 1 Million Jahren" nicht
entkräftet werden können, denn die Statistik kann eben nicht ausschließen, dass
dieses "einmal" nicht doch schon in der nächsten Minute geschieht ...
anstatt in "einer Million Jahren". Da also Kohle, Öl und Atom keine
wirklichen Auswege darstellen, schlagen wir, entsprechend der in Punkt 2 dargestellten
Grundrichtung, eine zweigleisige Lösungsstrategie vor:
a) Optimierung der
Energienutzung: Das ist im Kern die mittlerweile bekannte Formel
"maximierte Nutzung von Energie bei gleichzeitig maximierter Einsparung
von Energie", die auch die meisten anderen Parteien, so oder ähnlich
formuliert, vorschlagen.
b) Umstellung der
Hauptenergieträger. Das bedeutet, wir wollen die bisherigen Hauptenergieträger
Öl, Kohle und Atom durch die neuen Hauptenergieträger Erdwärme und Wasserstoff
ersetzen.
Optimierte
Energienutzung
Voraussetzung für jedwede
Nutzungsoptimierung ist die Erstellung einer Bilanz, in diesem Fall also einer
Energiebilanz, aus der die größten Energieverbraucher bzw. -verschwender
ersichtlich sind. Das gilt für industrielle, private und öffentliche
Verbraucher gleichermaßen. Daher streben wir die schrittweise Einführung von Verbrauchsmanagementsystemen an. Diese sollen
die einzelnen Verbrauchsquellen in privaten, öffentlichen und gewerblichen
Gebäuden erfassen und für den jeweiligen Objektnutzer als Energiebilanz in Mark
und Pfennig (bzw. in Euro und Cent) sichtbar machen. Dieses
Verbrauchsmanagementsystem soll aber nicht nur passiv Daten erfassen (etwa wie
viel Wärmeenergie durch Außenwände und Fenster verloren geht), sondern auch
aktiv die Steuerung und Regelung verschiedener Energieverbraucher wie Heizung,
Waschmaschine oder Lampen übernehmen. Zugelassen sind dabei nur solche Systeme,
die von ihrer Konstruktion her in das, in einem zweiten Entwicklungsschritt
einzuführende leistungsfähigere System einer sprachgesteuerten Hausintelligenz
integriert werden können. Zu den Aufgaben dieser Hausintelligenz alles weitere
im Kapitel "Kommunikation".
Umstellung
der Hauptenergieträger
Wir wollen eine vollständige Umstellung der
Hauptenergieträger Öl, Kohle und Atom auf die neuen Hauptenergieträger Erdwärme
und Wasserstoff innerhalb eines Zeitrahmens von 25 Jahren. Erdwärme soll die
Grundlastversorgung übernehmen, Wasserstoff die Spitzenlastversorgung. Für den
Energieträger "Erdwärme" sprechen unserer Ansicht nach folgende
Argumente:
1) Das nahezu unerschöpfliche Potenzial: Nach der Sonne ist die Erdwärme die Energiequelle
mit dem größtem Potenzial. Fachleute schätzen die Kapazität dieses Energiereservoirs
auf 500 Milliarden Terawattjahre -
eine Menge, ausreichend, die Menschheit zehn Milliarden Jahre lang mit Energie
zu versorgen.
2) Die ökologische Verträglichkeit: Erdwärme würde über einen geschlossenen
Wasserkreislauf lediglich "abgenommen", und nicht erst erzeugt. Die
erste Stufe herkömmlicher Kraftwerke, die Wärmeerzeugung, hat hier bereits die
Natur übernommen. Wir können uns auf die anderen Stufen (Umwandlung der
Wärmeenergie in elektrische Energie) beschränken. Dadurch entfallen aber all
die ökologischen Risikofaktoren (Treibhausgase CO2, NOx, Wasserdampf sowie
radioaktiver Abfall), die uns heute Probleme bereiten. Denn diese sind eben
Reaktionsprodukte der "1. Stufe" - der Erzeugung der Wärmeenergie
nämlich.
3) Die universelle Nutzbarkeit: Jedes Land dieser Erde liegt auf der Erdkruste.
Die Erdkruste "schwimmt" aber auf dem Magma des Erdinnern (für
Geologen: die Lithosphäre wird von der Asthenosphäre getragen). Daher ist
dieser "Energieschatz" prinzipiell für jedes Land zugänglich. Und das
wiederum bedeutet einerseits Versorgungssicherheit mit Energie und andererseits
das "Stumpfwerden" der "politischen Waffe" Energie (=
Zudrehen des Ölhahnes).
Aus all diesen Gründen halten wir den
Energieträger "Erdwärme" für geeignet, die zukünftige
Grundlastversorgung der Bundesrepublik Deutschland mit elektrischer Energie zu
übernehmen. Konkret sollen dazu innerhalb von drei Legislaturperioden
mindestens zwei verschiedene Typen von Erdwärmekraftwerken gebaut und erprobt
werden. Drei weitere Legislaturperioden bleiben dann für die praktische
Umstellung der Grundlastversorgung auf Erdwärmekraftwerke. Parallel dazu
erfolgt die Umstellung der Spitzenlastversorgung auf Wasserstoffkraftwerke.
Dies vor allem aus zwei Gründen:
1) Der
ökologische Grund: Wird Wasserstoff
mit reinem Sauerstoff verbrannt, entsteht als einziges Reaktionsprodukt Wasserdampf. Wird diesem auch noch die
Wärmeenergie entzogen, bleibt nur noch Wasser, das nicht zur Klimaaufheizung
beiträgt. Obwohl also Energie durch einen Verbrennungsprozess erzeugt wird, ist
diese Art der Energieerzeugung in diesem Fall umweltneutral und damit ökologisch unbedenklich.
2) Der
entwicklungspolitische Grund: Die
Energieerzeugung ist - als Basis aller Wachstumsprozesse eines Landes -
vergleichbar mit dem Fundament eines Hauses: Ist das Fundament schwach und
fehlerhaft, werden sich die Mängel im ganzen Bauwerk spiegeln. Wenn nun die
Entwicklungsländer im Zuge ihrer Entwicklung in Zukunft nicht noch mehr
Schadstoffe produzieren sollen, als die Industriestaaten es heute schon tun,
muss das Fundament künftigen Wachstums - die Energieproduktion - ökologisch
unbedenklich und ökonomisch
vernünftig sein.
Die Entwicklung von Wasserstoffkraftwerken könnte helfen, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Für die Bundesrepublik wäre sie ökologisch sinnvoll und für bestimmte Entwicklungsländer (Typ: großes Wachstum von Bevölkerung und Problemen - geringes Wachstum der Wirtschaft, kaum eigene Ölvorkommen und dazu noch im Nahen Osten gelegen) könnten sie zur Grundlage einer wasserstoffbasierten Kultur werden.
Die Bundesrepublik
hat die finanziellen und die technischen Mittel zur Entwicklung von
Wasserstoffkraftwerken einschließlich der notwendigen "begleitenden
Infrastruktur" (etwa: Solarfarmen zur Erzeugung des erforderlichen
Primärstroms zur Spaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff), welche die
Entwicklungsländer nicht haben. Finanzielle Vorleistungen könnten zudem mit
Wasserstofflieferungen verrechnet werden. Daher wollen wir, aus durchaus
wohlverstandenem vorbeugendem Eigeninteresse, parallel zum Einsatz von
Wasserstoffkraftwerken in der Bundesrepublik ihren Einsatz in all den Staaten
fördern, in denen ein entsprechendes energiepolitisches Fundament:
- ökonomisch
vernünftig
- ökologisch
unbedenklich
- sozial
entlastend, und damit
- politisch
entschärfend wirkt.
Wohnbrand
Zu den größten
Luftverschmutzern zählt der "Wohnbrand", d. h. alle Heizanlagen, die
zur Wärmeerzeugung in Gebäuden betrieben werden. Ihr Beitrag zur Gesamtverschmutzung
beträgt immerhin 45%. Speziell für diesen Bereich könnte Erdwärme sofort
genutzt werden, da hier bereits umfangreiche Praxiserfahrungen vorliegen. Das
Prinzip ist dabei denkbar einfach:
Aus einem Bohrschacht wird mittels einer
Grundwasserpumpe einfaches Wasser in einem Thermoschlauch an die Oberfläche
gepumpt und einer Wärmepumpe zugeführt. Diese entzieht dem Wasser die Erdwärme,
wandelt sie in Heizwärme um, und das Wasser kann im Bohrschacht wieder in die
Tiefe strömen, wo es dem Erdreich die vorhandene Wärme wieder entzieht - und zu
erneuter Nutzung nach oben gepumpt wird.
Der Arbeitsstrom
für die Pumpen kann entweder dem normalen Netz entnommen oder durch
Eigenproduktion (Solarzellen, Windräder, etc.) gewonnen werden. Da der Preis
einer Erdwärmeanlage etwa 60% über dem einer herkömmlichen Ölheizung liegt,
sollen durch direkte staatliche Zuschüsse die Investitionskosten für eine
solche Anlage soweit gesenkt werden, dass ihre schnellstmögliche Durchsetzung
maximal gefördert wird. Wird auch der Netzstrom für den Betrieb der Pumpen
durch den Einsatz von Erdwärme und Wasserstoff sauber gewonnen, sind die beiden
größten
Luftverschmutzer (neben dem Verkehr) zu ehemaligen Luftverschmutzern
geworden.
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