AUSSENPOLITIK

 

I. Allgemeiner Hintergrund

 

 

Die meisten Parteien, die eigene außenpolitische Vorstellungen entwickeln, tun dies auf der Basis eines parteispezifischen, gedanklichen Hintergrundes - so auch wir. Hintergrund unserer außenpolitischen Vorstellungen sind dabei im wesentlichen die nachfolgend dargestellten drei Grundannahmen:

 

1. Wie bereits im Programmvorspann dargestellt, glauben wir erstens, dass der historische Trend der politischen Gesamt­entwicklung auf unserem Planeten zielgerichtet ist. Wir glauben ferner, dass das Ziel dieses Prozesses die politische Einigung der Menschheit ist. Und wir sehen schließlich in dieser politischen Einigung der Menschheit ihre gleichzeitige "GEBURT als KOSMISCHE PERSON"!

 

2. Wir glauben zweitens, dass sich - spätestens seit der Französischen Revolution - ein bestimmtes, zyklisches Entwicklungsschema herauskristallisiert hat, dessen Kern wiederum drei Punkte bilden:

 

2.1. ein zeitliches Gerüst von 150 Jahren je Entwicklungszyklus, der seinerseits noch mal in drei 50-Jahrphasen (entsprechend Aufbau-, Entfaltungs- und Auslaufphase) zerfällt.

 

2.2. zwei "Königsrollen-Konkurrenten", deren einer ein "zentrales Prinzip", der andere da­gegen ein "dezentrales Prinzip" repräsentiert. Beide "Königsrollen-Konkurrenten" definieren mit ihrer jeweiligen Kapazität, politische Macht zu projizieren eine eigene Machtstufe.

 

Die jeweilige Machtstufe (Großmacht, Supermacht, etc.) ist identisch mit einem der unter 2.1. angeführten 150-Jahr-Entwicklungszyklen, dem sie auch den Namen gibt (Großmacht-Zyklus, Supermacht-Zyklus, usw....).

 

2.3. ein "Übergangsorganismus", der etwa zur Mitte der jeweiligen Gesamtepoche als politische Ganzheit auf den Plan tritt. Dieser Übergangsorganismus besteht zu Beginn der Epoche, sofern er denn überhaupt schon besteht, aus einer Vielzahl relativ stark divergierender Teile.

 

Herausgefordert durch die Spannung zwischen den "Königsrollenkonkurrenten" bzw. durch die von ihnen definierten Maßstäbe und Bedingungen, organisiert er sich zu einer neuen politischen Ganzheit, die dann ihrerseits die Maßstäbe der beiden "Königsrollenkonkurrenten" überwindet.

 

Dabei bleibt diese Ganzheit "Übergangsorganismus" insofern, als sie nur die Beendigung der bisherigen Epoche einleitet, ohne schon selber zu den beiden "Königsrollenkonkurrenten" des nächsten Groß-Zyklus zu gehören.

 

3. Und wir glauben drittens, dass das unter "Punkt 2" angedeutete Schema sich auf konkrete Staaten und Machtverhältnisse gemäß dem nachfolgend skizzierten Muster anwenden lässt

 

Repräsentant des

zentralen Prinzips

 

 

 

Übergangsorganis-                                                  mus (beendet die alte,

leitet die neue Epoche

ein)

 

Repräsentant des

dezentralen Prinzips

 

 

 

Definierte Machtstufe

 

Zeitdauer

von...

bis...

 

 

 

 

 

FRANKREICH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

II.  DEUTSCHES

  REICH   

 

 

 

 

GROSSBRI­TANNIEN

 

 

 

 

GROSSMACHT

 

 

 

 

1 8 0 0

 

 

 

 

 

U d S S R

 

 

 

 

 

 

 

 

 

EUROPÄISCHE     Union

 

 

 

 

U S A

 

 

 

 

SUPERMACHT

 

 

 

 

1 9 5 0

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

C H I N A

 

 

 

 

 

 

 

 

TERRANISCHE

 GEMEIN­SCHAFT

 

 

 

 

 

 

I N D I E N

 

 

 

 

MEGAMACHT

 

 

 

 

2 1 0 0

 

 

 

2 2 5 0

 

 

 

 

 

 

 

 

                                T  E  R  R  A                                                                2 4 0 0                                                   

 

 

 

. und so, wie die Supermächte für die Staaten Europas zur Herausforderung wurden, sich politisch zu einer eigenständigen Ganzheit zu verbinden, werden die Megamächte zur Herausforderung für den Rest der Welt werden, sich politisch zu einer eigenständigen Ganzheit zu verbinden.

 

"TERRA", der Zielbegriff des obenstehenden Musters, ist in unserem Verständnis wiederum eine (weitere) politische Ganzheit. Diese Definition bedarf hier in zwei Punkten einer weiteren Klärung, insofern sie sich auf zwei grundverschiedene Entwicklungen bezieht, nämlich...

 

a) die politische Organisation der Menschheit auf dem Planeten Erde - und nur dort! - in einem planetar integrierten politischen Organismus.

 

b). die politische Organisation der "Kosmischen Person TERRA" - einer politischen Ganzheit also, deren Teile von Planeten oder Sonnensystemen gebildet würden - in einem stellar integrierten politischen Organismus.

 

Da dieses Kapitel sich mit unseren Vorstellungen zu einer Außenpolitik befasst, die sowohl von der Bundesrepublik Deutschland als auch von einer tatsächlich politisch geeinten Europäischen Gemeinschaft gegenüber der politischen Außenwelt vertreten werden können soll, beschränken wir uns auf die unter a) dargestellte Teildefinition, wonach der Begriff einer politischen Ganzheit TERRA sich lediglich auf die politische Organisation der irdischen Menschheit bezieht.

 

 

Nun gilt für eine "politische Ganzheit TERRA" was prinzipiell für jede Ganzheit gilt, dass sie sich nämlich aus Teilen zusammensetzt. Womit sich folgende Fragen stellen: Wer oder was sind die Teile, aus denen sich die politische Ganzheit TERRA zusammensetzen soll? Gibt es sie schon, oder müssen sie erst noch werden? Und falls sie erst noch werden müssen... gibt es irgendwelche Muster oder Vorbilder, an denen sich ihre Gestaltung orientieren könnte? Die Antworten auf diese drei Fragen haben wir im Grunde bereits mit dem unter Punkt I.3. entworfenen Schema gegeben. Entsprechend diesem Schema lauten sie wie folgt:

 

1)    Die konstituierenden Teile der politischen Ganzheit TERRA sind die Megamächte, bzw. große politische Einheiten von   Megamacht-Kapazität.

 

2)    Zwei dieser Megamächte, China und Indien, gibt es bereits - im Sinne des für eine Megamacht erforderlichen "ökonomischen Grundpotentials".

 

3)    An den Kapazitätsmaßstäben zweier voll entwickelter Megamächte China und Indien muss sich die Werdung weiterer Megamächte orientieren.

 

Bliebe noch die Frage, wie die übrigen Megamächte, außer China und Indien also, konkret aussehen sollen - welche Räume und Staaten sie umfassen bzw. integrieren soll(t)en? Unsere Ansichten zum "Warum?" haben wir an anderer Stelle (INFO) bereits dargelegt, daher wollen wir uns an dieser Stelle, als Ergebnis unserer früher angestellten Überlegungen, auf die alphabetische Aufzählung der künftigen Megamächte, so wie wir sie sehen, beschränken:

 

1.  ASEANIEN (Ozeanien + Süd/Südostasien. Der Bereich, der sich aus allen Staaten im Dreieck "Japan-Bangladesh-Australien" zusammensetzt.

 

2.  AMERIKA (Nord-, Mittel- und Südamerika)

 

3.  CHINA

 

4.  EURASIEN (Bereich zwischen Portugal im Westen und der Ostgrenze der ehemaligen UdSSR)

 

5.  INDIEN

 

6.  ISLAMIA (Kunstbegriff für den Gürtel islamischer Staaten zwischen Marokko im Westen und Pakistan im Osten)

 

7.  AFRIKA

 

Damit wollen wir den Teil "allgemeine Grundlagen" beenden und uns den Überlegungen zur Verwirklichung der dort entwickelten Grundgedanken zuwenden.

 

 

II.  UMSETZUNG

 

 

Die Terranische (Wirtschafts-)Gemeinschaft

 

 

In unserem unter Punkt I.3. entwickelten Strukturschema haben wir eine inhaltliche Verwandtschaft zwischen dem II. Deutschen Reich von 1871, der Europäischen Union und einer noch zu schaffenden Terranischen Gemeinschaft postuliert. Das aber heißt, dass auch die Probleme, die bei der Schaffung dieser politischen Organismen auftreten, einander ähneln. Und aufgrund der Ähnlichkeit der Probleme kann man bei der Schaffung einer TWG bzw. TG auf die be­reits gemachten Erfahrungen zurückgreifen, die bei der Werdung der beiden Vorgänger gesammelt wurden.

Eine Erfahrung ist dabei die, dass einer erfolgreichen politischen Integration eine erfolgreiche wirtschaftliche Integration vorausgehen muss. Dieser "hierarchischen Erfahrung" entspricht bereits eine Erfahrung, die man bei jedem Hausbau machen kann: Richtfest wird dort gefeiert, wenn der Dachstuhl auf dem Haus ist.. - und der kann erst errichtet werden, nachdem das Fundament und die tragenden Wände errichtet worden sind. Also ist auch bei der Schaffung einer (politischen) Terranischen Gemeinschaft mit dem Fundament einer Wirtschaftsgemeinschaft zu beginnen.

Da es sich aber nicht um eine erfolglose, sondern um eine möglichst erfolgreiche Wirtschaftsgemeinschaft handeln soll, schränkt dies den Kreis möglicher Gründungsmitglieder bereits entscheidend ein. Es kommen letztlich nur "Kandidaten" in Betracht, die bereits für sich und aus eigener Kraft eine Ökonomie aufgebaut haben, der man das Adjektiv "erfolgreich" zubilligen kann, ohne weder seinen Verstand noch sein Gewissen verleugnen zu müssen. Dies ist aber konkret nur der Fall bei den zur Zeit, in ökonomischer Sicht, höchst entwickelten Bereichen dieses Planeten, als da wären:

 

1)  Nordamerika (USA und Kanada)

 

2)  Westeuropa (EU und EFTA)

 

3)  Japan

 

Als, zumindest theoretische, Gründungsmitglieder kommen also bis auf weiteres nur die eben genannten in Frage. Wenn es aber gelingt, aus diesen drei Kernbereichen die Terranische Wirtschaftsgemeinschaft zu formen, dann wäre dies die erste planetenumspannende ökonomische Gemeinschaft - mit der festzuschreibenden Zielorientierung einer politischen Gemeinschaft in ihrem Gründungsvertrag!

Jedes Gründungsmitglied, wie auch jedes später beitretende Mitglied, ver­pflichtet sich dabei der Entstehung der 5 Megamacht-Einheiten (außer China und Indien) zuzuarbeiten, da diese ja die eigentlichen Teile der künftigen politischen planetaren Ganzheit sein sollen. Die TWG bietet somit eine Struktur und eine Hülle, in deren Schutz und Rahmen sich, parallel zum Erfahrungszyklus der bei­den Megamächte China und Indien, alle kleineren politischen Identitäten des Planeten Erde schrittweise in die projektierten Megamacht-Identitäten hinein "auswachsen" können.

 

 

Die EU und Eurasien

 

 

Nach Vollendung des Binnenmarktes, und mehr noch nach Verwirklichung der politischen Union, wird die EU auf absehbare Zeit ökonomisch und - zwar mit zeitlicher Verzögerung, aber nichtsdestotrotz zwangsläufig - politisch die stärkste Macht des Planeten Erde werden, und spätestens dann zwei Grundfragen nicht mehr ausweichen können:

 

1. Der Frage nach dem inhaltlich-geographischen Selbstverständnis: WO endet die geographische Form "EU", d. h. welche politischen Identitäten (die ja in bestimmten Räumen erst entstanden sind) kann sie noch aufnehmen - und welche muss sie - als Europäische Union - ausschließen?

 

2. Die Frage nach der eigenen Rolle und Funktion im planetaren politischen Prozess. D.h. die Frage, was denn nun eigentlich mit dieser ökonomischen Macht und der daraus folgenden potentiellen politischen Gestaltungsfähigkeit angefangen werden soll(te)? 

 

 

Einen Hinweis zur Beantwortung der ersten Frage finden wir anhand unseres Strukturschemas aus Punkt I.3. in der Geschichte, genauer in der Geschichte der Einigung der Deutschen Länder zum "Deutschen Reich von 1871". Eine entscheidende Frage hieß damals:"Großdeutsche Lösung oder Kleindeutsche Lösung?" und es ging eben darum, ob Österreich Teil eines "Deutschen Reiches" sein könnte oder nicht, denn Österreich war eben nicht nur das heutige Österreich, sondern ein Vielvölkerstaat.

 

Heute heißt die gleiche Frage:"Großeuropäische Lösung oder Kleineuropäische Lösung?" und es geht darum, ob Rußland bzw. die "Teile" der ehemaligen Sowjetunion Teil eines politisch geeinten Europa sein können oder nicht? Denn genauso wie der damalige Vielvölkerstaat Österreich bei weitem die Grenzen dessen überschritt, was man - selbst mit zwei zugedrückten Augen - noch als "historisch zu Deutschland gehörende Räume" ansehen konnte, überschritt der ehemalige Vielvölkerstaat Sowjetunion, genau wie heute Rußland oder die GUS, bei weitem die Grenzen dessen, was man noch den "geographischen Raum Europa nennen könnte, denn der endet auch im günstigsten Fall im Osten am Ural-Gebirge.

 

Wie könnte dieser Widerspruch gelöst werden? Unser Vorschlag: Man kann das Kürzel "EU" nicht nur als "Europäische Union" lesen, sondern auch als "Eurasische Union" - was wir hiermit tun wollen. Definiert man nämlich eine politische Identität EURASIEN als die anzustrebende Ganzheit, lässt sich der eben dargestellte Grundwiderspruch lösen. In dieser Sicht kann man nämlich sowohl die Ganzheit EU als auch die Ganzheit GUS als "Hüllformen" begreifen, deren Aufgabe darin besteht, ihr "Teile" sich in je eigener Entwicklung soweit und solange ähnlich werden zu lassen, bis die "Verpuppungsformen EU und GUS" abgelöst werden können von einer gemeinsamen politischen Ganzheit EURASIEN.

 

 

Unsere Antwort auf die erste Frage lautet also:

 

Die EU als Europäische /Union muss sich selbst als Hüllform, als "Verpuppungsform" begreifen, deren Entwicklungsziel nicht in einer politischen Ganzheit EUROPA, sondern in einer politischen Ganzheit EURASIEN liegt.

 

 

Die zweite Grundfrage - welche Rolle nämlich die EG, als Europäische Gemeinschaft, im planetaren politischen Prozess spielen, und welchen Gebrauch sie von der ihr zuwachsenden politischen und ökonomischen Macht tunlichst machen soll(te) - haben wir ebenfalls im Prinzip bereits mit dem Strukturschema aus I.3. beantwortet:

 

Sie soll ihre politische Gestaltungsmacht zur Gründung einer planetaren ökonomischen Keimzelle TWG - der Terranischen Wirtschaftsgemeinschaft also - einsetzen!

 

Um diese angestrebte Keimzelle einer planetaren Wirtschaftsgemeinschaft zu verwirklichen, benötigt man eine ökonomische und psychologische Basis dergestalt, dass für die beiden anderen entscheidenden Wirtschaftsräume USA und Japan zunächst einmal ein notwendiger "Herausforderungsdruck" entsteht, sich mit der Frage eines Beitritts zu einer solchen Gemeinschaft überhaupt auseinander zusetzen.

 

Aus diesem Grunde soll die EU, mit der durch sie ins Leben zu rufenden "Stadt TERRANIA" auf dem Planeten Mars als Proto-Keimzelle, die TWG begründen. Da die Stadt TERRANIA ihrerseits aber konzeptionell bereits einen künftigen planetaren Markt (des Planeten Mars nämlich) repräsentiert, müssten die beiden besagten Wirtschaftsräume USA und Japan als Nicht-Mitglieder der TWG ernsthafte Konkurrenznachteile befürchten.

 

Dieser Sachverhalt wiederum soll ihrer Neigung, der TWG beizutreten, gewissermaßen "Flügel" verleihen, denn die TWG steht ja ihnen und jedem anderen Beitrittswilligen prinzipiell offen! Soweit unsere Antwort auf die zweite Grundfrage eines politisch geeinten Europa.

 

 

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